Mit 100 schwarz-weiß Abbildungen. Islamismus, Migration und Globalisierung, Postkolonialismus und ethnische Konflikte finden sich im Kino der islamischen Welt ebenso wie private Dramen zwischen Tisch und Bett, Liebe und Leid. In der Betrachtung löst sich die Vorstellung eines einheitlichen Kulturraumes "Orient" bald auf, Ägypten, Iran, die Türkei, Afghanistan haben sehr unterschiedliche Filmkulturen. Dieses Buch stellt die Vielfalt, die Gegensätze und dann wieder die einigenden Züge heraus. In ausführlichen Interviews kommen Filmregisseure aus verschiedenen Ländern zu Worte. Bündige Vortexte zu den einzelnen Gesprächen sollen den Inhalt der abgehandelten Filme genauer beschreiben, den Hauptkonflikt, zentrale Bilder, die besondere Ästhetik etc. herausstellen, und dies alles eventuell in den jeweiligen kulturellen, politischen, filmhistorischen Kontext einbetten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.12.2005
Sehr angetan ist der rezensent "als" von diesem Buch über die Kinowelten arabischer Länder, das der Filmjournalist Amin Farzanefar nach Informationen des Rezensenten in den Kontext der "gegenseitigen Bildmaschinerie im Echo von 9/11" stellt. Farzenafars Anliegen sei dabei, "sowohl die alten, verschnörkelnd-verklärenden Orientphantasien wie auch die neuen Phantombilder des Westens im Blick sanft durchzuschütteln". Dafür hat er Interviews mit verschiedenen Filmemachern geführt und stellt die Filmlandschaften der verschiedenen Länder vor. Sehr überraschend war für den Rezensenten dabei, wie "widersprüchlich, divers, komplex und rhizomatisch in unzähligen Traditionen verwurzelt" sich das "orientalische" Bild-Erzählen eigentlich darstellt.
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