Andor Endre Gelleri

Die Großwäscherei

Roman
Cover: Die Großwäscherei
Guggolz Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783945370049
Gebunden, 221 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Ungarischen von Timea Tanko. In der Wäscherei arbeiten Waschfrauen und Heizer, Färbejungen und Bügelmädchen, Vorarbeiter und Hausierer, die alle von einem besseren Leben träumen. Doch vorerst fügen sie sich in den Arbeitsablauf in der Wäscherei, um ihre Existenz zu sichern. Die Wäscherei ist wie ein vielstimmiger Bienenstock, mit dem Besitzer Jeno Taube als Herrscher. Taube ist besessen von seinem Ideal von Sauberkeit, doch er ist auch gelangweilt von seiner Macht und sucht Zerstreuung. Alle schwirren um ihn herum, um etwas von seiner Gunst abzubekommen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.08.2016

Judith Leister findet Gefallen an Andor Endre Gelleris Geschichte aus der Budapester Großwäscherei Phönix. Die Wäscherei als stampfende, dampfende Menschmaschine im Ungarn der dreißiger Jahre scheint ihr gut geeignet als Kulisse für eine ideologiefreie Kritik an frühkapitalistischen Zuständen und für ein proletarisches Panorama des Budapester Handels und Wandels. Wie der negative Machoheld des sinnlichen und zeitlosen Romans, der Großwäschereibesitzer Jenö Taube, seine Lebenskrise meistert, hat Leister gern gelesen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2016

Andor Endre Gelleris im Konzentrationslager Mauthausen entstandener Kurzroman "Die Großwäscherei" ist eine "literarische Jahrhundertausnahme", schwärmt Rezensentin Katharina Teutsch. Hier verschmelzen Form und Inhalt zu einer wunderbaren Sinfonie, verspricht die Kritikerin, die hinter die Kulissen einer Dampfwäscherei in einem alten Budapester Arbeiterviertel in den dreißiger Jahren schaut: Wie die Hölle erscheint ihr der Betrieb, in dem die Angestellten von ihrem Chef, einem deutschen Juden namens Taube, gequält und durch Chemikalien vergiftet werden. Was es mit dieser irritierenden Konstellation genau auf sich hat, erklärt Teutsch nicht. Sie zeigt sich vielmehr tief beeindruckt von Gelleris poetischem Schreiben, das sie an expressionistische Großstadtlyrik ebenso erinnert wie an Zolas "Germinal". Auch mit Timea Tankos deutscher Übersetzung ist sie sehr einverstanden.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.12.2015

Frischer wie neu findet Jochen Schimmang den achtzig Jahre nach seinem erstmaligen Erscheinen auf Deutsch zu lesenden Roman von Andor Endre Gelléri. Die Welt in einer Dampfwäscherei, Budapest anno 1931, die Welt der Träume, Ängste und Triumphe der kleinen Leute bringt Schimmang der Autor multiperspektivisch, mit Empathie, Ironie und Tempo nahe und rührt damit an aktuelle Fragen, wie der Rezensent findet. So auch mit der Figur eines modernen Selbstoptimierers, oder indem Gelleri die Abläufe eines Betriebes genau schildert oder über das Wesen des Geldes grübelt. Weder als märchenhaften Realismus, wie laut Schimmang oft im Zusammenhang mit Gelleri behauptet, noch als sozialistischen Roman begreift der Rezensent das Buch. Für ihn ist es einfach ein guter Roman.
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