Andrea Camilleri

Der Hund aus Terracotta

Roman
Cover: Der Hund aus Terracotta
Lübbe Verlagsgruppe, Bergisch Gladbach 1999
ISBN 9783785715109
Gebunden, 349 Seiten, 16,36 EUR

Klappentext

Christiane von Bechtolsheim. Wenn sich Commissario Montalbano bisher auf etwas verlassen konnte, dann war es die Mafia. Diese hat durch und durch sizilianisch wie er selbst wenigstens ihre Prinzipien. Das denkt der Commissario zumindest, bis er sich mit dem aufsehenerregenden Mord an dem landesweit gesuchten Verbrecher Tano u Grecu beschäftigt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2000

Obwohl Ernst-Peter Wieckenberg die Handlung bisweilen "ein wenig unübersichtlich" findet, ist im das Vergnügen, das er bei der Lektüre empfunden hat, deutlich anzumerken. Er lobt Camilleris Talent für ungewöhnliche Expositionen, die die Handlung in Gang bringen sowie für die Schlüsse seiner Romane. Rätsel geben ihm die "literarischen Ambitionen" Camilleris auf. So fragt er sich beispielsweise, ob dieses Buch auch eine "ironische Antwort" ist auf Krimis, die mit intellektuellem Anspruch hausieren gehen. Aber gerade solche Unklarheiten scheinen für Wieckenberg einen Großteil des Reizes dieses Krimis auszumachen. Bedauerlich findet der Rezensent nur, dass die Mischung aus Hochitalienisch und verschiedenen Dialekten unmöglich angemessen ins Deutsche zu übertragen ist.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999

In einer Doppelrezension bespricht Elisabeth Bauschmid neben diesem Roman auch Camilleris "Der unschickliche Antrag".
1) "Der Hund aus Terrakotta":
Hier beschränkt sich Bauschmid auf eine kurze inhaltliche Zusammenfassung der Geschichte. Besonders hebt sie die Übersetzung von Christiane von Bechtolsheim hervor, der sie in ihrer Arbeit eine "selbstverständliche Leichtigkeit" bescheinigt.
2) "Der unschickliche Antrag" (edition Lübbe):
Bauschmid hatte offensichtlich grossen Spass bei der Lektüre, auch wenn man es in diesem Camilleri-Roman nicht mit Kommissar Montalbano zu tun bekomme. Dafür werde dem Leser anlässlich eines Antrags auf eine Telefonleitung etwas vorgestellt, was Bauschmid die "sizilianische Lösung" nennt - und für die sie einige erläuternde Bespiele anführt. Bauschmid versteht dies als persönlichen Kommentar des Autors zu den derzeitigen italienischen Verhältnissen, begrüsst es aber, dass Camilleri den Roman in Dialogen und Briefen verfasst hat und als Person dadurch im Hintergrund bleibt. Sie vergleicht das Buch mit einem Puzzlespiel, das der Leser selbst zusammen fügen müsse, dafür aber in den Genuss "böser Lakonik" und "wunderbarer Komik" gelange. Camilleris Sizilianisch hält sie allerdings eigentlich für unübersetzbar, auch wenn Moshe Kahn sein Bestes getan habe.

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