Stellen Sie sich vor, der Liter Superbenzin würde über 4 Euro kosten. Ein Albtraum? Ja. Bloß wäre es erst der Anfang. Denn das Ölzeitalter wird nicht erst mit dem letzten Barrel enden. Es endet, sobald mehr verbraucht wird, als gefördert werden kann. Und dieser Moment ist näher, als die meisten ahnen. Das Problem: Niemand hat einen Plan für die Zeit danach. Auch Markus Westermann weiß von all dem nichts, als er es endlich in die USA geschafft hat und mit seiner Karriere voll durchstarten will. Als er Karl Walter Block kennen lernt, sieht er seine Chance gekommen. Der alte Öltechniker behauptet, dass in den Tiefen der Erde noch genug Öl für die nächsten tausend Jahre schlummert - und dass nur er die Methode kennt, wie man es findet. Er braucht nur noch einen kompetenten Geschäftspartner. Jemanden wie Markus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2007
Durchaus beeindruckt zeigt sich Rezensent Hubert Spiegel von diesem Roman, allerdings nicht, weil es sich dabei in irgendeiner Weise um anspruchsvolle Literatur handelte. Andreas Eschbach ist Deutschlands erfolgreichster Science-Fiction-Autor und seine Methode besteht darin, spannende Sachbuch-Themen in konventionelle Thriller zu verpacken. Das Thema ist diesmal das Öl, von dem wir abhängen - und die Frage, was passiert, wenn es uns ausgeht. Ins Zentrum des Romans stellt Eschbach einen Tellerwäscher, der Millionär werden will, und zwar mit Hilfe eines Geschäftspartners, der verborgene Erdölquellen zu finden versteht. Es kommt genrekonform zu Mord- und Totschlag, geht aber erstens, wie Spiegel versichert, in der Beschreibung der Machinationen im Erdöl-Business immer wieder sehr spannend zu. Und zweitens sind das Fragen, die unsere Gesellschaft sehr dringend angehen. Da findet es der Rezensent nicht weiter schlimm, dass das Buch oft "hanebüchen" ist und Charakterzeichnung nicht zu des Autors großen Stärken gehört.
Alles "schön und sauber gearbeitet", schreibt Rezensent Michael Rutschky über diesen Bestseller. Trotzdem besteht für Überschwang aus seiner Sicht kein Grund. Denn in dieser erziehungsromanhaften Aufsteigergeschichte eines Deutschen in den USA kann er wenig literarischen Glanz ausmachen. Man würde gerne etwas genauer erfahren, was Andreas Eschbach genau in seinem Roman erzählt. Aber die Ironie des Rezensenten verstellt leider die Sicht. Es scheint im Roman wohl auch um den ewigen Wachtraum zu gehen, die USA mögen wie das alte Rom eines Tages vergehen. Als Themen deutet Rutschky aber auch alternative Energien und andere Zeitgeister an. Insgesamt scheint sich das Buch durch eine gewisse Ungetrübtheit auszuzeichen, und zwar sowohl was literarische Ambition als auch inhaltlichen Tiefgang betrifft.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…