Der langjährige Spiegel-Korrespondent in Asien, Andreas Lorenz, erzählt in diesem Buch die packende Biographie der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Gestützt auf reiche Kenntnis des Landes Myanmar, Begegnungen mit dieser außergewöhnlichen Frau und zahlreiche Gespräche mit ihren Freunden, Weggefährten und Gegnern entwirft er ein vielschichtiges Bild der gläubigen Buddhistin, streitbaren Politikerin und charmanten Diplomatin. Über 15 Jahre lang ist Aung San Suu Kyi von den mächtigen Militärs in Myanmar immer wieder unter Hausarrest gestellt und bedroht worden. Zwar hätte sie ausreisen, jedoch niemals wieder zurückkehren dürfen. So hat man versucht, diese mutige Frau zu brechen, um ihrer Bewegung für Freiheit und Menschenrechte in einem geknechteten Land die Führungspersönlichkeit zu nehmen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.06.2015
Der Rezensentin Friederike Bauer sind politische Ikonen lieber, die sich aus eigener Kraft von unten hochgekämpft haben und nicht aus der führenden Familie eines Landes kommen. Und auch dass Aung San Suu Kyi allseits Bewunderung genießt für ihre mit so viel Zähigkeit einhergehende anmutige Erscheinung, weckt bei der Rezensentin eher Misstrauen. Doch mit seiner Biografie der birmanischen Oppositionspolitikerin überzeugt Andreas Lorenz die skeptische Rezensentin. Unaufgeregt und genau schildert er den Lebensweg der Frau, die ein komfortables Dasein in Großbritannien und die eigene Familie aufgab, um den Widerstand gegen Birmas Militärjunta anzuführen. Dass der frühere Spiegel-Korrespondent Aung San Suu Kyi nicht treffen durfte, hält sie ein unverschuldetes Manko. Sie hätte sich allerdings mehr Souveränität vom Autor gewünscht, der sich in seiner Kritik an seinem Sujet vor allem auf die Aussagen anderer stützt.
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