Dem "Minarett", dem "Harem" oder der "Falaffel" sieht man die Herkunft aus der arabischen Sprache an. Aber auch ganz geläufige, treudeutsch anmutende Wörter wie "Laute", "Sofa", "Tasse" oder "Zucker" stammen aus dem Arabischen. Die Dinge, die sie bezeichnen, hat Europa v.a. im Mittelalter vom Morgenland übernommen, denn die arabische Kultur, die ihrerseits vieles im Zuge der Expansion des Islam von anderen Kulturen übernahm, war damals führend in Wissenschaft und Technik und Maßstab der feinen Lebensart - und hat diesen Reichtum Europa weitervermittelt. Andreas Unger versammelt in seinem Lexikon alle geläufigen deutschen Wörter arabischer Herkunft, und mit der Wortgeschichte schreibt er immer auch ein Kapitel der Kulturgeschichte dieser Dinge.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.04.2007
Der Rezensent mit dem Kürzel "StW" freut sich, dass das inzwischen veraltete Reclam-Wörterbuch von Nabil Ousman nun durch diesen aktuellen Band ersetzt wird. Zwar finden sich in der neuen Ausgabe weniger Stichwörter - was auch der Tatsache gedankt ist, dass nur "zweifelsfrei" dem Arabischen entstammende Begriffe aufgenommen wurden -, diese aber werden ausführlicher behandelt, so der Rezensent. Er hat bei der Durchsicht einiges erfahren, etwa, dass der Alkohol wortgeschichtlich mit dem Kohl-Pulver zum Schwärzen der Augenlider verwandt ist. Und dass das Benzin die auf dem Weg in die Gegenwart ziemlich verballhornte Version des arabischen Worts für Weihrauch ist, war ihm gleichfalls neu. Er hat in diesem Band über das "Gedächtnis" der Wörter offenkundig manches gelernt.
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