Andreas von Flotow

Tage zwischen gestern und heute

Roman
Cover: Tage zwischen gestern und heute
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2014
ISBN 9783421046352
Gebunden, 170 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Elf Jahre war er alt, als auf seine Eltern geschossen wurde. Sein Vater kam um, seine Mutter fiel ins Koma. Vage sind die Erinnerungen an jenen Tag und auch an die Jahre davor. Mit der Mutter, einer berühmten Sängerin, tourte er als Kind durch die USA. Der Vater lebte unerreichbar entrückt in der Welt seiner Bücher. Sein einziges Geschenk an den Sohn war eine leinengebundene Ausgabe der Göttlichen Komödie, der Junge gab sie ihm zurück. Nun, Jahrzehnte später, nähert sich der Ich-Erzähler mutig seiner Kindheit und die Erinnerungen werden zur Gegenwart.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.07.2014

Von Flotows Roman über den Versuch eines wegen Schwerhörigkeit ohnehin schon von der Außenwelt abgeschirmten Mannes, sich in die Erinnerungen an ein traumatisierendes Erlebnis zu vertiefen, ist von hoher stilistischer Strenge, schreibt Christoph Schröder. Dafür arrangiert der Autor anspielungsreiche "Fragmente, Fetzen, Szenen", die zwar auf emotionale Zustände verweisen, aber sprachlich beherrscht vermittelt werden. Am interessantesten ist an dem Roman denn auch, wie Stil und Erzählgegenstand darin auseinander gehen, meint der Kritiker, der sich allerdings verwundert am Kopf kratzt, da der literarische Text mit einer 20 Seiten füllenden Bibliografie all jener Werke der Weltliteratur schließt, die der Protagonist dieses Romans seiner im Sterben liegenden Mutter vorliest. Dies hält der Rezensent für "eine allzu kokette Aufforderung", in dieser Liste nach dem Schlüssel für den wenig zugänglichen Roman zu suchen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2014

Ein reifes Stück Romanliteratur hat Andreas Platthaus mit diesem Debüt von Andreas von Flotow gelesen. Der Erzähler blickt zurück auf seine vom frühen Tod der Mutter bestimmte Kindheit. Wenn Flotow seinen monologisch gehaltenen Text mit essayistischen Passagen und Listen bestückt, fühlt sich Platthaus an Roberto Bolano erinnert. Beeindruckt hat ihn die sprachliche Präzision des Autors, der laut Platthaus nur selten semantisch danebengreift. Einmal ein Theaterautor, der auch Romane schreiben kann, freut sich Platthaus.

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