Die Tagebücher von Joseph Goebbels, Propagandaminister des "Dritten Reiches", gehören zu den bedeutendsten Quellen der NS-Zeit. Die Geschichte ihrer Überlieferung ist so ungewöhnlich wie abenteuerlich, was Zweifel an ihrer Authentizität weckte. Mit Angela Hermanns Studie liegt erstmals eine Monographie über den wissenschaftlichen Wert der Goebbels-Tagebücher vor. Im Mittelpunkt steht die Phase zwischen Hitlers Entschluss zum Krieg und dem Befehl zum Angriff auf Polen also so entscheidende Etappen wie die Blomberg-Fritsch-Krise, der "Anschluss" Österreichs, das Münchener Abkommen, die Novemberpogrome, die Errichtung des "Protektorats Böhmen und Mähren" und der Kriegsausbruch, die vielfach in einem neuen Licht erscheinen, so dass die quellenkritischen Studien zu den Goebbels-Tagebüchern auch als überzeugende Gesamtdarstellung des "Wegs in den Krieg 1938/39" gelten können.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.11.2011
Gar nicht überzeugend findet Dominik Petzold diese Dissertation der Historikerin Angela Hermann zu Joseph Goebbels Tagebüchern. Als langjährige Mitarbeiter an ihrer Edition kennt sie sich zwar bestens mit der Materie aus und kann auch einige interessante Erkenntnisse zur Vorkriegszeit zutage fördern, räumt Petzold ein. Womit der Rezensent aber gar nicht einverstanden ist, ist Hermanns Deutung der Goebbel'schen Ergüsse als authentische Äußerung seiner privaten Überzeugung. Petzold hält sie bei aller privatistischen Geschwätzigkeit (etwa wenn er sich darüber echauffiert, dass ihm Magda kein Osternest versteckt hat) für kalkulierte Propaganda. Sein Hauptargument hierfür ist, dass Goebbels bereits 1936 die Rechte an den Tagebüchern für 100.000 Mark an den parteieignenen Eher Verlag verkauft hat.
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