Mit zahlreichen Abbildungen. Am 10. Mai 2003 jährt sich zum 70. Mal der Tag, an dem in deutschen Universitätsstädten Bücher und Zeitschriften "jüdisch-marxistischen" Inhalts öffentlich verbrannt wurden. Die Bücherverbrennungen, organisiert durch die Studierendenschaften unter Führung des "Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes" in Kooperation mit Goebbels Propagandaministerium, manifestierten den Anfangspunkt einer systematisch ausgrenzenden Kulturpolitik und demonstrierten den Anspruch der NSDAP auf kulturelle Hegemonie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.05.2003
Jens Bisky ist ein wenig gespalten in seinem Urteil über dieses Buch des jungen Historikers Treß. In seinem Buch gehe es um die deutschlandweiten Bücherverbrennungen 1933, die maßgeblich von der Deutschen Studentenschaft organisiert worden seien. Lobend hebt der Rezensent die Fülle an Details hervor, mit der Treß die Aktionen an den verschiedensten Orten und die Lebensläufe der daran Beteiligten nachzeichne. Allerdings begehe er den für einen Historiker schwerwiegenden Fehler, subjektive und nicht erklärte Urteile zu fällen, wodurch ihm ein gewisses Differenzierungspotenzial verloren gehe. Aufgrund dessen entstehe der Eindruck, nur "Dummköpfe und Opportunisten" hätten sich an den Bücherverbrennungen beteiligt. Die Auseinandersetzung mit der Einsicht, dass unter den Teilnehmern hoch gebildete Menschen waren, denen der Nationalsozialismus hervorragende Bildung und Karrieren bot, erspare der Autor somit gleichzeitig sich und auch seinem Leser.
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