Angelica Ammar

Tolmedo

Roman
Cover: Tolmedo
Ammann Verlag, Zürich 2006
ISBN 9783250600923
Gebunden, 250 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

'Natürlich wirst du mich verlassen und dir irgendeinen jungen Esel suchen; aber vielleicht ist es dann schon nicht mehr von Bedeutung.' Für Alice wird Sergios schmerzvoll-weitsichtige Prophezeiung wahr, als sie auf Raul trifft. Ein inniges, ein neues Leben beginnt, das Alice zunächst von Spanien nach Paris, dann aber auch immer tiefer in die Vergangenheit führt. Dorthin, wo sich die Wege der wichtigsten Menschen in ihrem Leben schon einmal gekreuzt haben. Und dorthin, wo Geheimnisse verborgen liegen, deren Enthüllung Alice in ihrem Tag- und Traumleben um so stärker beschäftigt, als Raul partout nicht mehr daran rühren möchte. Angelica Ammar widmet ihren Figuren eine gespannte Aufmerksamkeit, heftet sich mit wachem Blick an ihre Fersen und folgt ihnen minutiös im dichten Fluss ihrer Geschichten, in denen sich Erahntes, Erlebtes und Nacherlebtes auf faszinierende Art ergänzen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.12.2006

Als "unendlich behutsam" beschreibt Martin Zingg die Sprache in Angelica Ammars erstem Roman. Auch die Worte wirken auf ihn sorgsam "abgeschmeckt", die Gesamtanmutung sinnlich. Stärkere Wertungen sind dem Rezensenten nicht zu entlocken, Ammars Vorsicht und Zurückhaltung scheint auf ihn abzufärben. Die Heldin, referiert der Rezensent, werde bei ihren Spaziergängen durch Paris immer wieder von Erinnerungsblitzen eingeholt, die zu kleinen Halluzinationen mutierten. "Transformierende" Fantasie nennt Rezensent Martin Zingg die besondere Begabung der Heldin, die zugleich die der Autorin ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2006

Als "Verwirrspiel unterschiedlicher Lebensspuren" hat Joseph Hanimann Angelica Ammars Debütroman um eine junge Ethnologiestudentin aufgenommen, die über ihrer Doktorarbeit und dem Alltag in Paris den Erinnerungen an einstige Freunde nachhängt. Die erzählerische Doppelperspektive, den Wechsel zwischen erster und dritter Person findet Hanimann ebenso gelungen wie den Einsatz der indirekten Rede. Reizvoll erscheinen dem Rezensenten zudem die Andeutungen und Zeichen, die Ammar in die Geschichte einflicht. In deren zu großer Häufung sieht er allerdings zugleich den wunden Punkt des Romans.
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