Hansjörg Schneider

Im Cafe und auf der Straße

Geschichten
Cover: Im Cafe und auf der Straße
Ammann Verlag, Ammann 2002
ISBN 9783250600527
Gebunden, 208 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Auf eigenwillig direkte Weise erzählt Hansjörg Schneider in seinem neuen Geschichtenband von alltäglichen Besonderheiten und kleinen Kuriositäten. Von unerträglich schöner und manchmal unerträglich trauriger Leichtigkeit sind die zeitlos poetischen Geschichten. Zwischen den Zeilen schwebt subtil und unauffällig Schneiders Liebe fürs Detail: Begleitet vom erzählenden Flaneur, spaziert man durch die Städte und freut sich an glänzenden Kieselsteinen, einem lesenden Mädchen am Weiher, an Beduinen und einem Londoner Gentleman. Ihnen allen ist eins gemeinsam: Sie sind sie so echt und lebendig, daß man meint, ihren Atem zu spüren.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.12.2002

Samuel Moser stellt einen Band mit kurzen Prosastücken des Schweizer Autors Hansjörg Schneider vor, die er als "Leichtgewichte" bezeichnet - leicht in dem Sinne, dass der Autor alles Unnötige weggelassen hat. Leicht auch wegen ihrer Kürze, denn die meisten von ihnen sind als Kolumnen für Tageszeitungen entstanden; da sieht man mal, sagt Moser, dass die Tagesproduktion, die damit verbundene Beschränkung auch Vorteile bietet. Zumal ein besonderes Merkmal der Schneiderschen Texte und Typen ist: sie lassen sich nicht hetzen, behauptet der Rzensent. Sie widerstreben jedem Hang zur Aufgeregtheit, Wichtigtuerei, sie notieren Kleinigkeiten, Nebensächliches, tasten die Oberfläche der Dinge ab, weil es der Dichter, so definiert ihn Moser, "mit den Erscheinungen zu tun hat". So erarbeite Schneider eine "Schule der Aufmerksamkeit" und skizziere: Winterlandschaften, Schattengestalten, Stadtränder. Man tut gut daran, sagt Moser, die Texte eher als Poetologie denn als Autobiografie zu deuten, so etwa den Schlüsseltext "Der Browning" über einen Mann, der nach Auschwitz das Lügen verlernte. So begegne der Autor sich selbst im Anderen - oder "dem Anderen in sich".
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