Einen Winter will Cla, Religionslehrer aus dem Engadin, in Istanbul verbringen. Er arbeitet an einer Studie über die Konstantinopel-Mission von Nikolaus von Kues. Doch kaum lernt Cla den jungen türkischen Kellner Baran kennen, taucht er mit ihm ein ihn die Stadt: Sie streifen durch die Gassen und über Märkte, sitzen am Meer und in Cafés, gehen ins Hamam. In ihren Gesprächen prallt die spätmittelalterliche Welt mit ihrer Trennung in Ost- und Westkirche unmittelbar auf das religiös gespaltene Istanbul der Gegenwart. Bei einem geheimen Treffen der Derwische erlebt Cla, wie nah sich christliche Mystik und islamischer Sufismus sein können. Ohne es zu wollen hat er sich in Baran verliebt. Erst als seine Verlobte aus der Schweiz zu Besuch kommt, begreift Cla, wie weit er aus seinem Leben gefallen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2019
Lena Bopp findet den Konstruktionsaufwand in Angelika Overaths Roman beachtlich. Wie die Autorin den Aufenthalt ihres Protagonisten in der Künstlerresidenz Villa Tarabya in Istanbul zu einer Parallelisierung der Vermittlungsversuche des Theologen Cusanus zwischen der römisch-katholischen Westkirche und der griechisch-orthodoxen Ostkirche im 15. Jahrhundert und aktuellen religiösen Zerwürfnissen ausbaut, scheint Bopp durchaus erkenntnisfördernd. Problematisch findet sie allerdings, dass der im Zentrum des Romans stehende zwischenmenschliche Aspekt dabei zu kurz kommt, Dialoge unter Übergewicht leiden und Sinnlichkeit vermissen lassen und Istanbul als Handlungsort zur Kulisse reduziert wird. Ein kluges, stellenweise leider überambitioniertes Vexierspiel, so Bopp.
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