Aus dem Niederländischen von Mirjam Pressler. Ich muss dir was erzählen ... schreibt Sterre auf eine Karte. Die Karte hängt sie an einen Luftballon und lässt ihn hoch in die Luft steigen. Wer wird die Karte finden und was ist das, was Sterre zu erzählen hat? Papa ist viel im Büro und Mama geht es meistens nicht so gut. Sterre hilft wo sie kann, schält Kartoffeln, geht einkaufen und kümmert sich um ihren kleinen Bruder Jockel. Ohne zu murren. Ihre Gedanken, Gefühle und Träume behält Sterre für sich - lieber malt und schreibt sie sie in kleine Bildergeschichten hinein oder schneidet sie aus Zeitschriften aus. All diese Schnipsel bewahrt sie in einer geheimen Tageschachtel auf, die ihre beste Freundin ist. Nur der Leser hat Einblick in Sterres Schachtel. Aber dann passiert etwas, das Sterre nicht einmal ihrer geheimen Schachtel anvertrauen kann ...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.03.2002
Gerda Wurzenberger geht in ihrer Rezension ausführlich auf die niederländische Kinderliteratur ein, die "einfach anders" sei als die Kinderliteratur aus anderen Ländern. Als besonderes Merkmal nennt Wurzenberger den Realismus der Geschichten, "man trifft auf geschiedene Eltern, schwule Väter, alkoholkranke Mütter, beleidigte Großeltern". Zugleich würden diese Geschichten aber ungewöhnlich lebendig und mit Humor erzählt. Ein gutes Beispiel für diese Literatur ist "Die geheime Schachtel": In dem Buch über die Probleme der Protagonistin Sterre, die eine alkoholkranke Mutter hat, wird, wie die Rezensentin bemerkt, die kindliche Perspektive der Hauptfigur stets eingehalten. Durch diese "selektive Wahrnehmung" der Hauptfigur gewinnt die Erzählung etwas "erfrischend Unpädagogisches", schwärmt Wurzenberger.
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