Mehr als zwei Jahre - von 1995 bis 1997 - war Anja Flach als Internationalistin in den Bergen Kurdistans und hat dort das Leben der Guerillaeinheiten der kurdischen Befreiungsbewegung kennen gelernt und geteilt. Mitten in einem Krieg gegen die zweitgrößte Armee der NATO wird sie Augenzeugin und Teilnehmerin des noch immer andauernden Versuchs, ein anderes Leben aufzubauen - ein Leben, das für das unter Jahrhunderten Krieg, Unterdrückung und Verleugnung leidende kurdische Volk ebenso eine menschenwürdige Perspektive bietet wie für die zerstörten Beziehungen zwischen Männern und Frauen und für die einzelnen ProtagonistInnen dieses Kampfes. Die Tagebuchaufzeichnungen dieser Zeit hat sie zu einem Buch verarbeitet, das zugleich den Alltag und die politische Entwicklung der kurdischen Befreiungsbewegung Mitte der 90er Jahre beschreibt und die subjektiven Erfahrungen, Erkenntnisse und Schwierigkeiten dokumentiert, die der Weg von den europäischen Metropolen in die Strukturen einer kämpfenden Befreiungsbewegung bereithält.
Helmut Höge zeigt sich beeindruckt angesichts dieses Erfahrungsberichts der Deutschen Anja Flach, die zwei Jahre bei der kurdischen Frauenarmee verbracht hat. Am Anfang ist sie sehr naiv, so der Rezensent, doch je weiter sie sich geistig von Deutschland entferne und in die Partisanenarmee eingliedere, desto "reifer und ergreifender" werde ihr Bericht. Ziel dieser Frauen, die im Kampf schwere Verluste erlitten, sei die Gründung einer Frauenarmee und einer Frauenpartei, wisse Flach zu berichten, der in Deutschland "Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung", nämlich der PKK, vorgeworfen wurde.
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