Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.09.2000
Geteilter Meinung ist Andreas Ernst über dieses Buch. Einerseits weiß er es durchaus zu schätzen, welch riskante Konstruktion van Gent für dieses Buch gewählt hat, indem er Reportagen aus zwei Bürgerkriegen "alternierend" in einem Buch zusammen gestellt hat. Dass van Gent hiermit nicht gescheitert ist, liegt nach Ansicht Ernst an "seinen Qualitäten als Reporter", seinen Recherchen vor Ort und auch seinen vorsichtigen moralischen Urteilen (etwa wenn er darauf eingeht, dass Täter und Opfer oftmals eine große Nähe zueinander zeigen). Weniger zufrieden ist der Rezensent mit van Gents Kritik an der Berichterstattung über die Kriege in den Medien. Hier beschränke sich der Autor zu sehr auf das Verhalten der Journalisten, obwohl Ernst es wesentlich interessanter gefunden hätte, die Tendenz zu immer kürzeren und schnelleren "News" unter die Lupe zu nehmen. Auch die "Wirkungen der entsprechenden Kriegsberichterstattung" hätten nach Meinung des Rezensenten hier mehr Aufmerksamkeit verdient. Darüber hinaus kritisiert Ernst, dass der Autor zu oft anonymisierend von "der Welt" "dem Westen", "der USA" spricht, wo mehr Differenzierung angebracht wäre. Summa summarum lobt er die Reportagen Gents jedoch als "ausgezeichnet".
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