Ein Jahr lang war Carla Solina bei der kurdischen Guerilla und in Flüchtlingslagern in Südkurdistan. Sie berichtet von dem, was sie gesehen und gehört hat. Mit Fotoapparat und Diktiergerät ausgerüstet geht sie in die kurdischen Berge, um dort den Alltag der Guerilla, ihre Organisations- und Vorgehensweise kennenzulernen. Ein besonderes Augenmerk legt sie auf die Situation der Frau, bei der Guerilla ebenso wie im "Hinterland" der Flüchtlingslager: Welche Schwierigkeiten und Widersprüche, Hoffnungen und Fortschritte gibt es für die kurdischen Frauen? Wie entwickelt sich ihr Selbstbewusstsein und wie können sie es gegen die feudalen Clanstrukturen einsetzen? Der Befreiungsprozess der Frau als Maßstab für die Freiheit einer Gesellschaft ist auch hier voller Unzulänglichkeiten, aber genauso voller Träume und Errungenschaften. Dieser Augenzeugenbericht macht den Willen und die Notwendigkeit von persönlicher und sozialer Veränderung auch im Krisengebiet Kurdistan deutlich.
Helmut Höge ist überrascht angesichts dessen, was Carla Solina über die Ziele der kurdischen Befreiungsarmee zu berichten weiß. Zu einem wesentlichen Teil gehe es nämlich um die Befreiung der Frau, was nicht nur die weiblichen Mitglieder der Partisanenarme, sondern auch die männlichen, bis hin zum damals noch nicht inhaftierten Abdullah Öcalan, so sehen. Gegen patriarchalisches Verhalten werde dementsprechend auch aktiv vorgegangen. Zudem werde auch die "ursprüngliche" Lebensweise in den Bergen gegen die westliche Konsumgesellschaft aufgewogen, weshalb sich fast das Bild einer "ökologisch-feministischen Zielsetzung" ergibt, so der Rezensent. Nur in der Umsetzung dieser Ziele kommen die Frauen bei Solina eindeutig besser weg, da sie die Dinge eher anpackten, statt nur darüber zu reden.
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