Dass man Karen Stark, Staatsanwältin in Frankfurt, dazu zwingt, ihren Resturlaub zu nehmen, kann nur einen Grund haben: Man will ihr den Fall Eva Rauch aus der Hand nehmen. Karen kann nicht glauben, dass die Buchhändlerin Selbstmord begangen hat. Warum sollte sie sich erschossen haben? Und wieso ausgerechnet mit einer antiquierten ungarischen Pistole? Karen spürt, dass irgendetwas nicht stimmt. Als sie erfährt, dass in Südfrankreich neben einer Toten eine Waffe gefunden wurde, die aus demselben Raubzug stammt wie die Pistole, mit der sich Eva Rauch angeblich umgebracht hat, beschließt sie ihren Urlaub in Südfrankreich zu verbringen. Anne Chaplet erzählt eine unheimliche Geschichte, für die der Terrorismus der 70er Jahre den Hintergrund liefert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.02.2002
"Bis zum überraschenden Ende lässt sich dieses aufmerksame Buch in einem Zug verführerisch lesen" lobt Rezensentin Angelika Overath. Sie gibt kurze Einblicke in jene "disparatesten Biografien", die in diesem Kriminalroman zwischen Frankfurt und der südfranzösischen Provinz zusammen geführt werden. Die Autorin erzähle ihre Geschichte vor dem Hintergrund der deutschen Terrorszene der 1970er und frühen 1980er Jahre und frage nach den "Langzeitfolgen für die nicht gemeinten Opfer". Da wird ein Chauffeur irrtümlich hingerichtet, eine Fotografin verschwindet spurlos und eine "einsame, aber tapfere Millionenerbin" erinnert sich in deren Haus an ihre Kindheit, die voller Traumata und Rätsel ist, schreibt Overath. Am Ende gebe es drei Tote, und "über fast jedem, den die Aufklärungen tangieren, schillert ein Verdacht möglicher Täterschaft", was Overath an die Miss-Marple-Krimis von Agatha Christie erinnert. Die Stärke von Chaplets Prosa sieht die Rezensentin vor allem in den lebensnahen Alltagsszenen. Über die kriminalistische Plausibilität des Plots lasse sich allerdings "beckmesserisch" streiten und auch bei der Frage der Legitimation ungesetzlicher Einzelaktionen sei Chaplet "manchmal allzu unscharf und plakativ".
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