Einstmals war Carla Zimmermädchen auf Langeoog. Wie jedes Zimmermädchen musste Carla tagein, tagaus Betten beziehen und aufschütteln, Flure saugen, Treppen wischen und Fenster putzen. In ihrer Freizeit lag sie in den Dünen und ereiferte sich mit anderen Zimmermädchen über den Mangel an attraktiven Männern. Doch eines Tages reisten die Teilnehmer des Ärztekongresses an, plötzlich bevölkerten lauter gut aussehende Doktoren die Friesenpension "Zum Deichgrafen" ...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.06.2003
Jutta Person sieht Annegret Held mit dieser Novelle zu ihrem Bedauern "Schiffbruch" erleiden, obwohl sie glaubt, dass die skurrilen Personen, die in der Geschichte über ein Zimmermädchen in einem friesischen Hotel auftreten, genug "Stoff für eine unerhörte Begebenheit" zu bieten haben. Doch bleibt es zur Enttäuschung der Rezensentin bei der Langeweile verschiedener Putzvorgänge, und dass trotz "ironischer Distanz" und "flottem Stil" der Autorin. Irgendwie hat der Text viel mehr von der Verschrobenheit der fünfziger Jahre als dass die Achtziger porträtiert würden, so Person unzufrieden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2003
Eberhard Rathgeb ist schwer enttäuscht von dieser neuen Veröffentlichung im Marebuchverlag. Von der Konzeption dieser Reihe hatte sich der Rezensent wohl eindeutig mehr versprochen als eine "Dreigroschenheftgeschichte von dem Zimmermädchen auf Langeoog". So beschränkt sich Rathgeb in seiner Rezension darauf, die Geschichte eines jungen Mädchen auf Selbstsuche mit bissiger Ironie nachzuerzählen und besonders peinliche Momente herauszuheben, indem er sie mit Zitaten belegt. Am Schluss steht er etwas ratlos "am Strand und traut dem Meer nicht mehr, das solche seichten Bücher anschwemmt".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 19.03.2003
Katrin Hillgruber kann sich das Gähnen nicht verkneifen: Annegret Helds Roman über die 19-jährige Carla, die als Zimmermädchen auf Langeoog kommt, sei nicht sehr originell. Die Rezensentin stöhnt, wenn Carla an ihrem ersten Abend ausgerechnet den "Schimmelreiter" im Kino sieht, und sie muss weiter leiden, denn "eine Plattitüde kommt selten allein". Der "kleine Entwicklungsroman" spielt Anfang der Achtziger, und obwohl die erzählte Zeit erkennbar ist, kommt Hillgruber die Geschichte vor wie "aus der Zeit gefallen". Die Konfrontation von Moderne und der bürgerlichen Dienstbotengesellschaft des Hauses birgt zwar ein gewisses Ironisierungspotential, dass die Autorin mit ihrem "vitalem Witz" auch zeitweise auszunutzen versteht, kurzweilig wird es aber zu selten verwendet, klagt die Rezensentin. Und der "lang bis schmerzlich erwartete Höhepunkt" könne die Geschichte auch nicht mehr retten, denn er werde "allzu spät kredenzt".
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