Aus dem Englischen von Kathrin Bielfeldt und Jürgen Bürger. London, Ende des 19. Jahrhunderts, eine Stadt, die regelmäßig von Seuchen heimgesucht wird; Zehntausende leben in bitterster Armut. Im Londoner Wasserwerk wird ein Cholera-Opfer entdeckt. Dr. Anton Kronberg, Englands führender Epidemiologe, wird hinzugezogen und findet heraus, dass der Tote absichtlich mit tödlichen Bakterien infiziert wurde. Während Scotland Yard den Fall nur halbherzig verfolgt, begegnet Kronberg dem beratenden Detektiv Sherlock Holmes. Er entdeckt im Handumdrehen Kronbergs Geheimnis und Identität. Im Gegenzug beginnt Anna - sehr zu dessen Verdruss - Holmes' kompliziertes Innenleben zu analysieren. Doch die beiden ungleichen und intellektuell ebenbürtigen Partner müssen sich zusammentun, um eine Verschwörung aufzudecken, die so monströs ist, dass sie die Taten von Jack the Ripper in den Schatten stellt ...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.02.2014
Kein ganz kleines Verdienst dieses Buches erkennt Burkhard Müller darin, dass der Leser das Gespann Sherlock Holmes/Dr. Watson einmal entdämonisiert und aus recht menschlicher, emotionaler Perspektive betrachten kann. Das Geschlechterrollenspiel, das Annelie Wendeberg mit ihrer spöttischen Ermittlerfigur treibt, scheint Müller zu gefallen. Ebenso Wendebergs Entschluss, keinen lupenreinen detektivischen Plot hinzulegen. Dass die Autorin mit dem Milieu der spätviktorianischen Ära ein Trendsetting bespielt, entgeht dem Rezensenten allerdings auch nicht. Der gendertheoretisch rechthaberische Schluss verstimmt Müller geradezu.
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