Aus dem Amerikanischen von Norma Keßler. Anthony Vidler beleuchtet die individuelle Erfahrung des Schreckens in Gebäuden und Städten, indem er auf das Phänomen des Unheimlichen zurückgreift, das in der Literatur, der Philosophie und der Psychologie seit Beginn des 19. Jahrhunderts beschrieben wurde. Vidler untersucht neueste Arbeiten von Daniel Libeskind, Bernard Tschumi, Rem Koolhaas, Peter Eisenman, John Hejduk, Elisabeth Diller, Ricardo Scofidio, der Architektengemeinschaft Coop Himmelblau u.a. Sein Interesse gilt dem Verhältnis zwischen Körper und Haus, Individuum und Großstadt, zwischen Psyche und Metropole. Vidlers Essays sind ebenso historisch ausgerichtet wie literarisch-psychologisch orientiert - und öffnen damit den Blick für die komplexen Beziehungen zwischen Politik, sozialen Ideen und architektonischem Entwurf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.09.2002
Holger Liebs meint nach der Lektüre des Buches über das Unheimliche in der Architektur der Moderne, es sei kein Zufall, dass in dem Horrorfilmklassiker "The Black Cat" ausgerechnet ein Bauhaus-Gebäude zum Schauplatz der schrecklichsten Verbrechen wird. Er referiert die These des amerikanischen Autors, das Unheimliche sei hauptsächlich aus dem "biologistischen Hygienewahn" der Moderne entstanden, und er führt aus, dass Vidler seine Ansichten anhand Freuds Begriff des Unheimlichen und einer Fülle von literarischen, philosophischen und kunsthistorischen Beispielen exemplifiziert. Insbesondere die Überlegungen über den Kamin preist der Rezensent als "wunderbare Passage". Und auch wenn Vidler seiner Ansicht nach keine Antwort auf die Frage hat, wie "die Gespenster" des modernen Hauses zu "bannen" sind, so bleibt das Buch nichts weniger als "fulminant", so der Rezensent begeistert.
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