Aus dem Estnischen von Irja Grönholm. Irma, ein junges, unbedarftes Mädchen, zieht vom Land in die Stadt. Dort möchte sie ihre diffusen Sehnsüchte und namenlosen Träume verwirklichen. Sie nimmt eine Stelle als Hausmädchen bei dem alleinstehenden Herrn Ikka an, und ein vertracktes Spiel um Liebe und Geliebtwerden beginnt. Liebt Herr Ikka Irma? Oder schwärmt umgekehrt Irma heimlich für Herrn Ikka? Will er sie verführen? Oder wünscht sie sich nichts sehnlicher, als von ihm geliebt zu werden? Die Liebe muss immer wieder ausgehandelt, bestätigt, infrage gestellt oder ein- und ausgeredet werden in diesem tänzelnden Roman, der zugleich federleicht und zentnerschwer, gewitzt und tragisch, mitfühlend und schonungslos ist. Anton Hansen Tammsaare, der große Klassiker der estnischen Literatur des frühen 20. Jahrhunderts, behält immer alle Fäden in der Hand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.02.2017
Sylvia Staude erfährt vom Ungleichgewicht der Liebe aus Anton Hansen Tammsaares bereits 1934 im estnischen Original erschienenen Roman. Stilistisch findet sie den Text mit seinem hintersinnigen, mitunter spöttischen Ton durchaus modern. Die spitzfindigen Monologe der Figuren machen ihr Spaß. Die Geschichte einer ehrlich entflammten Frau vom Lande und ihres sophistischen, sprunghaften Liebhabers, die ins Unglück führt, scheint Staude so diskret wie herzzerreißend erzählt.
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