Viivi Luik

Schattenspiel

Roman
Cover: Schattenspiel
Wallstein Verlag, Göttingen 2018
ISBN 9783835333390
Gebunden, 272 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Estnischen von Cornelius Hasselblatt. Ein Streifzug durch die Ewige Stadt und ein Spaziergang durch Europas vielfältige Geschichte.In "Schattenspiel" ist Rom einerseits mythischer Sehnsuchtsort, anderseits eine lebendige, von liebenswerten und skurrilen Gestalten bevölkerte Stadt. Die Erzählerin trifft auf Pastoren und Bettlerinnen, auf geliebte Hühner und gerissene Taschendiebe.Mit viel Humor schildert sie das Leben an der Seite eines estnischen Diplomaten, und blickt dabei zurück auf ihre Zeit in Berlin und die Kindheit im stalinistischen Estland.Viivi Luik lässt ihre Protagonistin in einer Welt lange nach Fall des Eisernen Vorhangs unterwegs sein. Zwar sind die Erinnerungen an frühe Erfahrungen, in denen Rom nur ein unerreichbarer Traum war, noch ganz plastisch. Doch stets gab die Ewige Stadt einen Maßstab ab, eine Richtung vor...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2019

Jan Brachmann erkennt in dem Roman von Viivi Luik das Thema Kollektivschicksal. Wie sich mit so einer Last umgehen, wie sie sich abwerfen lässt oder auch nicht, darum geht es in dem Buch, wenn die Autorin in lockerem Ton beschreibt, wie sie ihre Heimat Estland verlässt, um als Gattin des estnischen Botschafters endlich im erträumten, ersehnten Rom anzukommen, mitten in Europa. Dass die Gewaltgeschichte Estlands samt allerhand Unbewältigtem die Ich-Erzählerin vorm Kolosseum, beim Espresso oder beim Staunen über die Theatralität italienischer Beamter einholt, kann Brachmann bei der Lektüre miterleben. Scham, Stolz und einen Patriotismus der Sprache transportiert der von Cornelius Hasselblatt laut Rezensent "leichtfüßig" übersetzte Text dabei gleichermaßen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.11.2018

Judith Leister hält den Roman der estnischen Schriftstellerin Viivi Luik für großartig. Die Verquickung von Erinnerungen an den Totalitarismus und die sowjetischen Deportationen in Estland 1949 mit der Rom-Sehnsucht der Erzählerin und deren Erfüllung in der Gegenwart 49 Jahre später funktioniert laut Leister gut. Die Spiegelung der Geschichte in den Ruinen Roms oder auch in Berlin, die Auflösung von Zeit und Raum verwirrt Leister nicht, da die Erzählerin das Verbindende traumwandlerisch findet.
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