Mit 173 Abbildungen. Der Bergkristall hat die Menschen seit jeher fasziniert und ihre Fantasien beflügelt. Sieht man von Gold ab, so gibt es kaum eine Materie, die im Laufe der Jahrtausende solche Aufmerksamkeit erfuhr. Anton Legner, der legendäre Direktor des Museum Schnütgen in Köln, hat sich zeit seines Lebens mit dem facettenreichen Stein beschäftigt. In einem persönlichen Rückblick stellt er herausragende Kunstobjekte vor, die aus Bergkristall gefertigt wurden: Kunstvolle Kreuze und Gefäße für heilige Reliquien spiegeln eindrucksvoll die mittelalterliche Frömmigkeit wider, Meisterwerke aus der Renaissance schmückten einst fürstliche Residenzen. In seinem Streifzug durch die Kunst- und Kulturgeschichte verfolgt Anton Legner auch Spuren, die der Bergkristall in der Malerei und Literatur hinterlassen hat. Sein Bilder-und Lesebuch versammelt Aussagen von Dichtern und Gelehrten aus vielen Epochen und führt durch die Schatzkammern der Kölner Kirchen und Museen. Es erinnert an große Ausstellungen mittelalterlicher Kunst und schlägt eine Brücke zwischen Böhmen und dem Rheinland - zwei Regionen, in denen der Bergkristall eine bedeutende Rolle spielte und die auch den Lebenslauf Anton Legners prägten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.2022
Rezensent Uwe Ebbinghaus lässt sich vom Museumsmann Anton Legner die Faszination des Bergkristalls und seine Funktion im religiösen Kontext erklären. Mehr noch als das bietet ihm der Band eine "Quersumme" von Legners Lebenswerk als Ausstellungsmacher in Freiburg, Köln und Frankfurt. Legners Mittelalterschauen dort sind Ebbinghaus noch in Erinnerung. Im Buch nun wird der Kristall laut Rezensent zur "metaphysischen Denkfigur" innerhalb der "spirituellen Erfahrung" des Mittelalters. Der Text und die Abbildungen von Monstranzen, Kreuzen und Schreinen geben Ebbinghaus einen Eindruck von der "Strahlkraft" des Bergkristalls.
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