Der erste Teil des Buches beleuchtet Ciceros Doppelleben als Staatsmann und Philosoph, geht der Frage nach, was Cicero dazu bewegt, zu philosophieren, und untersucht, wie ernst er als Philosoph zu nehmen ist. Ein zweiter Teil handelt von einzelnen Leitbildern Ciceros, so von seiner Auffassung von vita activa und vita contemplativa; von seiner philosophischen Methode, im Streit beiden Seiten gerecht zu werden; von dem Verhältnis von Rhetorik und Politik und dem "Zerwürfnis zwischen Zunge und Verstand", von der Bestimmung des Staates, dem Verhältnis von Moral und Politik und dem Bild des Staatsmannes; von der Frage, was es heißt, menschlich zu leben, sowie von seinen Gedanken über Trauer, Freundschaft und Alter.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2013
Wolfgang Schuller gibt Entwarnung: Der Autor sei nicht nur Enthusiast, sondern habe seine antiken Quellen und die moderne Forschung parat. Gute Sache, wenn man sich Cicero widmet. Und das macht Arnd Morkel in einer Weise, die Schuller gut gefällt, auch wenn er nicht immer die deutsche Übersetzung einer Quelle bietet, weil das lateinische Original einfach zu schön und wahr ist. Dass der Autor auch an Kritik nicht spart, an den Quellen, an der Forschung und an Cicero selbst, scheint Schuller ein weiteres Plus der Arbeit zu sein. Laut ihm gelingt es Morkel, die Leitthemen von Ciceros Leben und dessen zentralen Begriff der humanitas darzustellen und uns den antiken Politiker, Anwalt und Philosophen in seiner ganzen Modernität zu präsentieren. Für eine Neuauflage des Buches wünscht sich der Rezensent allerdings eine Überarbeitung des "unordentlichen" Literaturverzeichnisses.
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