Aus dem Schwedischen von Paul Berf. Schweden in den siebziger Jahren. Die kleine Asa lebt allein mit ihrem Vater, dem Stahlarbeiter Leif, in einer kleinen Wohnung im mittelschwedischen Västeras, nachdem die Mutter beide wegen eines anderen Manns verlassen hat. Als die Erzählerin ihre Mutter später darauf anspricht, warum sie sie zurückgelassen habe, entgegnet diese, sie habe dem Vater nicht nehmen wollen, was dieser am meisten liebte. Der Alltag der kleinen Restfamilie gestaltet sich in Folge ziemlich unkonventionell. Die kleine Asa darf so viele Süßigkeiten essen, wie sie will, überhaupt bleibt es ihr selbst überlassen, sich etwas Essbares zu besorgen, das Beziehen von Betten hält Vater Leif für überflüssig, auch Körperhygiene ist nicht seine Stärke. Gegessen wird bei den Großeltern, weil das Geld bis zum Monatsende nicht reicht. Der Grund für die Finanzsorgen: Leif ist zwar ein pflichtbewusster und kompetenter Facharbeiter, der gut verdient, aber er ist auch Alkoholiker, der den Großteil seines Geldes in die Sucht steckt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.02.2010
Eingenommen ist Rezensent Peter Urban-Halle von Asa Linderborgs autobiografischem Roman "Ich gehöre keinem". Die Vater-Tochter-Geschichte - die Mutter verlässt den Vater, einen Trinker, die Tochter bleibt bei ihm - hat ihn sichtlich berührt, zumal der Vater eine tragische Figur ist und sich trotz seiner Trinkerei liebevoll um seine Tochter kümmert. Urban-Halle würdigt Linderborg als "ungemein intelligente Erzählerin" und hebt ihr Gespür für "Wort und Konstruktion" hervor. Die Stärke dieses persönlichen Buchs liegt für ihn auch darin, dass die Geschichte auch fiktiv sein könnte. Beeindruckend findet er zudem die Haltung der Autorin, die "schlicht, gefasst, aber nicht gefühllos" erzählt.
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