Aus dem Isländischen von Tina Flecken. Das berührende Porträt einer verschlossenen Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavík, die ihre akademische Laufbahn an den Nagel hängt und aufs Land zieht. Von der Dorfgemeinschaft aus der Reserve gelockt, beginnt sie ein neues, ein ganz anderes Leben. Alba ist Dozentin an der Universität von Reykjavík, als Expertin für aussterbende Sprachen fliegt sie von einer Konferenz zur nächsten. Wie viele Bäume muss ich pflanzen, fragt sie sich, um meinen CO2-Fußabdruck zu kompensieren? Wenig später erwirbt sie außerhalb von Reykjavík ein altes Haus mit einem Stück Land. Ihr Leben in der Hauptstadt interessiert sie immer weniger, es ist Zeit, sich neu zu erfinden. Immer mehr fügt sie sich in die Dorfgemeinschaft ein. Es ist, als hätte man dort nur auf sie gewartet. Chor und Theaterverein suchen neue Mitglieder und die im Dorf ansässigen Flüchtlinge brauchen eine Sprachlehrerin. Eine mütterliche Beziehung entsteht zu dem 16-jährigen Waisen Danyel, mit dessen Hilfe sie an ihrem Garten Eden baut - ihrem Zufluchtsort in einer immer chaotischer werdenden Welt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.01.2026
Ein "wahrhaft schillerndes Buch" hat Rezensentin Judith von Sternburg mit Auður Ava Ólafsdóttirs neuem Roman vor sich: Ihre Protagonistin ist die isländische Linguistin Alba, die sich sehr für die spezielle Grammatik des Isländischen begeistert und bedrückt zur Kenntnis nimmt, dass immer mehr kleine Sprachen aussterben. Mit trockenem Witz nimmt sich Alba selbst aufs Korn, wie sie Sternburg freut, etwa, wenn sie sich über wissenschaftsgesättigte Romane aufregt, obwohl sie doch selbst Teil eines solchen ist. Auch von isländischer Flüchtlingslyrik handelt das Buch, von den in Island beheimateten Pflanzen, ein bisschen Ökokrimi gibt es auch, so die Kritikerin. In der Übersetzung von Tina Flecken findet das Buch großes Lob bei der Kritikerin.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.01.2026
Rezensent Aldo Keel bespricht Audur Ava Olafsdottirs neuen Roman beschwingt. Er spielt in Olafsdottirs Heimat Island und dreht sich um Alba, die sich an der Universität mit bedrohten Sprachen beschäftigt. Außerdem hat sie eine Affäre mit einem Studenten, was zu einem Skandal führt und auch dazu, dass sie sich fernab von Reykjavik auf dem Land ein Haus besorgt, das sie renoviert und bewirtet. Wie Alba ist auch der ihr gewidmete Roman um eine wenig gesprochene Sprache bemüht, berichtet Keel, und zwar um das Isländische, es tauchen sogar Flexionstabellen auf. Der Rezensent scheint sich wohl zu fühlen in der skurrilen Welt dieses Buches über die Möglichkeit, sich selbst noch einmal ganz neu zu erfinden.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…