Barbara Aschenwalds Prosastücke erzählen von Schönheit und Verzweiflung des Menschen, von Liebe und Zerstörung, vom Kaputtmachen und Lebenlassen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.10.2010
Ein richtiges Erweckungserlebnis ist die Lektüre von Barbara Aschenbachs hier versammelten Erzählungen für Rolf-Bernhard Essig. Obwohl: Erzählungen? Lieber begreift Essig die Texte als Wortkompositionen, als mitunter naiv erscheinende Beschwörungen poetischer, märchenhaft-mystischer Art. Insofern zeigt er sich "produktiv verwirrt" von der kindlichen Neugier der Autorin auf unsere Ängste und unseren Wahn und dem Versuch mittels sinnlicher Erkenntnis und Besinnung auf Natur, Tradition und menschliche Bindungen Heilung zu erfahren. Zunächst gleichfalls verwirrend, aus einigem Abstand jedoch "erschreckend" konkret, sinn- und humorvoll erscheinen dem Rezensenten die innere Ordnung der Texte sowie der einfache, harte Satzbau, der ihn an Kafka und Robert Walser erinnert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2010
Mit ihren Debütgeschichten macht es Barbara Aschenwald dem Rezensenten nicht gerade leicht. Christoph Schröder ist hin- und hergerissen zwischen der Bewunderung für eine gleichermaßen leichthändige, offene, an Josef Winklers kunstvolle Prosa erinnernde urösterreichische Textur einerseits und seiner Abneigung gegen einen an den Grenzen der Beliebigkeit und des Kitsches entlang schrammenden appellativen Gestus der dreizehn hier versammelten Erzählungen. Zivilisationskritik a la Handke ist da drin, meint Schröder, sprachlich Manieriertes und nicht immer dezent auftretende Aphoristik. Aschenwalds Verquickung von Poesie und Politik, bei allen Einwänden, begegnet der Rezensenten doch respektvoll.
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