Mit einer kommentierten Bibliographie, zusammengestellt unter Mitarbeit von Maren Kolkhorst und Lea Rosenberg. "Die alte neue Frauenfrage" bietet den bislang umfassendsten Überblick zum Thema im deutschsprachigen Raum. Das Buch ist sowohl eine kleine Geschichte des Feminismus seit dem Ende des 18. Jahrhunderts als auch eine kritische Analyse der aktuellen frauenpolitischen Lage. Neben der Bilanz richtet sich der Blick zugleich in die Zukunft und auf die neuen Herausforderungen, vor denen Frauenbewegung und Gleichstellungspolitik im 21. Jahrhundert stehen. Denn "die Frauenfrage" ist, entgegen landläufiger Meinung, noch lange nicht erledigt: Keine der Forderungen, die Feministinnen der ersten Stunde am Beginn der Moderne erhoben haben, sind bis heute für alle Frauen weltweit eingelöst.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.09.2003
Im Rückblick auf den seit fast 250 Jahren währenden Kampf um Gleichheit und Freiheit der Frau "schärfe" die Autorin Barbara Holland-Cunz "den Blick" für manche aktuelle Debatte um Frauenmacht und Gender-Politik. Dieser Rückgriff zeige außerdem, dass seit Jahrhunderten um die selben Fragen gestritten werde, findet die Rezensentin. "Immer wiederkehrende Themen", resümiert Gaby Mayr, sind: das Recht auf politische Teilhabe, die Chance zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit sowie das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit. Diesen Rückblick findet sie "aufschlussreich", vor allem im Hinblick auf die weibliche Streitkultur mit dem "sachlichen Appell an die Einsichtsfähigkeit der Männer". Weiter diskutiere die Autorin auf dieser Folie die aktuelle Forschung zu Geschlecht und Frauen, deren "wichtigste Positionen sie in einem komprimierten Überblick wiedergibt und einordnet". Mit dem Resümee über die "integrierten Außenseiterinnen", wie Holland-Cunz sie nennt, ist die Rezensentin jedoch nicht ganz einverstanden. Der Autorin zufolge seien Frauen zwar auch endlich außerhalb Skandinaviens in männerdominierte Machtbereiche vorgedrungen, doch ginge damit meist auch ein Statusverlust dieser Bereiche einher. Diese These ist Gaby Mayr zu "bedenkenträgerisch", und sie findet die Argumentation "nicht in jedem Fall begründet".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.02.2003
Als "umfangreichen und beeindruckenden Überblick" über die politische Theorien- und Ideengeschichte des Feminismus vom 18. Jahrhundert bis heute würdigt Rezensent Gottfried Oy den Band "Die alte neue Frauenfrage" von Barbara Holland-Cunz. Im Mittelpunkt stehen nach Auskunft Oys die beiden zentralen Auseinandersetzungen der Frauenrechtlerinnen: das Ringen um Gleichheit und der Einsatz für Freiheit. Von der frühen Frauenbewegung über die proletarische Frauenbewegung und die Rolle der Frau im Nationalsozialismus, von Simone de Beauvoirs über Betty Friedan hin zum feministischen Mainstream, zur postmodernen Feminismustheorie und der globalisierungskritischen Bewegung wird von Holland-Cunz nichts ausgelassen. Oy hebt hervor, dass es der Autorin gelingt, mit Michael Walzer die politische Leidenschaft der Bewegung zu theoretisieren. Hannah Arendts Thematisierung der Macht des politischen Versprechens der Gleichheit fungiere ihr als Richtschnur für die Analyse der feministischen Forderung nach dessen Einlösung.
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