Sich eine Fassade geben, den anderen eine Fassade zeigen - stets waren die Mächtigen der Welt bemüht, ihre Herrschaft in Bauten wirkungsvoll in Szene zu setzen. Mit einer Fülle faktenreichen Materials und doch leicht lesbar untersucht die Autorin in historischen "Einzelschnitten" die vergleichbaren Mechanismen von Herrschaftsarchitektur in Vergangenheit und Gegenwart - von französischen Kathedralen bis über die europäischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts bis hin zu den neuen Bauten des Bundes in Berlin.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.03.2002
Ein vernichtendes Urteil von Rezensent Hubertus Adam, denn von "kritischer Architekturgeschichte" ist hier nichts zu entdecken. Ganz im Gegenteil, so ärgert sich der Rezensent, "verliere" sich das Buch in "intellektueller Banalität". Die "affirmative" Funktion von Architektur, die gerade bei den gegenwärtigen gesellschaftlichen Veränderungen ein hochinteressantes Thema gewesen wäre, wird von der Autorin im Kern gerade mal gestreift. Der Abschnitt "Inszenierungen des Kapitals", welcher ebendiese Frage behandeln sollte, lässt gerade mal das "deskriptive Niveau eines universitären Proseminars" erkennen, urteilt Hubertus Adam. Außerdem sei das mit zahlreichen Fotografien ausgestattete Buch sehr auf Berlin fokussiert. Wenige interessante Aspekte in Barbara Kündigers Arbeit bezeichnet der Rezensent durchaus als "Zufallstreffer" und kritisiert die Lektoren eines doch sonst "renommierten Verlages".
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 15.11.2001
"Fassaden der Macht" heißt der Band und Fassaden (in Form bunter Seiten) beschert er dem Leser. Dahinter findet Hanno Rauterberg leider "keine kluge Analyse", stattdessen, so der Rezensent verärgert, breite die Autorin Barbara Kündiger "lieber Plattitüden" aus: "Fassaden spielen eine wichtige Rolle." Wie wahr, seufzt unser Rezensent und führt das auf mangelnde Präzision zurück. Nach dieser "Tour de Force" durch Formen der Herrschaftsarchitektur (mittelalterliche Burganlagen und Warenhäuser in Chicago fliegen vorbei), die, so Rauterberg, in sich durchaus schlüssig sei, glaube man, alle Formen, alle Stile seien gleichermaßen geeignet, Macht zu demonstrieren.
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