"Manchmal ist es gut, die Sicht auf die Dinge umzudrehen", bemerkt die Erzählerin zu Beginn einer der 26 Geschichten, die dieser Band versammelt. Und so kommen gewohnte Zuordnungen ins Wanken: Oben und unten, Mensch und Tier, Stadt und Land, Kunst und Natur. Mit genauem Blick und unerschrockenem Humor erzählt Barbara Wrede von den Widersprüchen dieser Welt, vom Verschwinden der Illusionen und dem Blick in den eigenen Abgrund. Zufällige Begegnungen werden dabei zum Spiegel fantastischer Innenwelten, und in jeder Idylle lauert etwas Unheimliches. Aber auch im Gruseligen und Makabren zeigt sich der ironische Hintersinn dieses Fabulierens, der Weg zur schnurrigen Lügengeschichte ist nicht weit. Und schließlich folgt auch dies: die Erinnerung an eine wahre Freundschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2013
Die Produktionsbedingungen von Kunst und Literatur? Wer will das lesen? Christian Metz schon, solange es nur von Barbara Wrede stammt. Der Autorin attestiert Metz ein Sensorium für die Paradoxien der Produktion und der damit einhergehenden Gedanken. Geht die Freiheit-und-Individualität-gegen-Sicherheit-Rechnung noch auf? Davon handeln die Texte in diesem Band, erklärt Metz. Allerdings nicht nur, denn darüber hinaus stößt Metz auf dramolettartige Inszenierungen von Beziehungen und Begegnungen. Sprachlich widerständig und eindringlich, meint er.
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