In ihren drei Poemen verwandelt Irina Liebmann die Stadt Berlin zum Ort einer sehr persönlichen Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. In reizvoller Sprunghaftigkeit zwischen Lyrik und Prosa suchen die Texte nach jenem Ort, der "geeignet scheint, zu bleiben" und nach dem "lebendigen Augenblick", in dem die Literatur zum Gespräch zwischen Menschen wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2013
Warum Irina Liebmanns Berliner Poeme aus den 90ern erst jetzt im Druck erscheinen, weiß Rezensent Friedmar Apel auch nicht. Die elegischen Spätaufsteher, ahnt er, sind jedenfalls längst aus Mitte verschwunden. Den Traum von Berlin als von einem Ort der Möglichkeiten, träumt der Rezensent aber lesend gern (noch einmal). Das war, als Berlin noch voller Berliner war. In ihrer politischen Stoßrichtung beim melancholischen Nachsinnen über den Verlust einer historischen Chance gleichen die Texte laut Apel denen Heines und Biermanns: "Ihr habt mal die Mauer gestürmt, und jetzt / Seid ihr quietschende Schräubchen in der / Unterhaltungsindustrie ..."
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…