In Deutschland ist der Rechtspopulismus laut und deutlich geworden: Sichtbar bei den Pegida-Demonstrationen, hörbar in öffentlichen Debatten wie "Deutschland schafft sich ab" und politisch in Verbindungen zur neuen Partei AfD. Man hetzt gegen Muslime und Flüchtlinge, verachtet Politik und Medien, propagiert einen Nationalismus, der zur Abschottung führt, und sehnt sich nach Autorität sowie einer homogenen "Gemeinschaft". Diese Entwicklung bedroht die gesellschaftliche Vielfalt, das friedliche Zusammenleben und die parlamentarische Demokratie. Der in der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) entstandene Sammelband analysiert die unterschiedlichen Erscheinungsformen des neuen Rechtspopulismus sowie die Ängste und Einstellungen in der Bevölkerung, die ihn begünstigen. Auf Grundlage der Daten der jüngsten FES-Mitte-Studie zeigt er sein Potenzial auf, beschreibt seine gesellschaftlichen Konsequenzen und skizziert notwendige Gegenstrategien. Mit weiteren Beiträgen von Frank Decker, Alexander Häusler, Gideon Botsch, Christoph Kopke, Andreas Hövermann u. a.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2016
Eckhard Jesse vermutet Alarmismus bei diesem von Andreas Zick und Beate Küpper erstellten Band. Jedenfalls scheinen ihm die aufgefahrenen Begrifflichkeiten und besonders der im Band nicht genau konturierte Begriff "rechtspopulistisch" nicht zu genügen, um die AfD hinreichend zu charakterisieren. Auch über die Ursachen für das Reüssieren der AfD hätte er in den Beiträgen gern mehr erfahren. Die neue Analyse der Daten aus einer von der Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegebenen Schrift von 2014 unter der Perspektive des Rechtspopulismus scheint ihm so nur ungenaue Ergebnisse zu liefern.
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