Ein Marillenbaum in einem alten Wiener Garten. Seit ihrer Kindheit in den 1940er Jahren kocht Elisabetta jeden Sommer Marmelade ein. Und jedes Mal, wenn sie ein Glas aus dem alten Kellerregal in die Hand nimmt, es öffnet und den süßen Duft einatmet, erinnert sie sich an ihr Leben, an ihre in Dachau ermordete Familie, an ihre große Liebe Franz, an ihre Tochter Esther und ihre Enkelin Rahel. Elisabetta lebt zurückgezogen in ihrer Welt mit den Stimmen der Vergangenheit. Als die Tänzerin Pola bei ihr zur Untermiete einzieht, reißen die alten Wunden auf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.01.2017
Rezensentin Susanne Lenz kennt und schätzt Beate Teresa Hanika als Jugendbuchautorin. Mit dem "Marillenmädchen" ist nun der erste Roman für Erwachsene erschienen, informiert die Kritikerin, die sich allerdings zu keinem eindeutigen Urteil durchringen kann: Die Geschichte um die alternde Holocaust-Überlebende Elisabetta erzählt die Autorin angenehm nüchtern, zudem gelingt es ihr, dem Leser das schwere Leben der Heldin mit wenigen Anspielungen deutlich vor Augen zu führen, lobt die Rezensentin. Die Verstrickungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart erscheinen ihr gelegentlich ein wenig verworren, die Idee eine Schildkröte mit dem Namen Hitler als Haustier einzuführen, findet Lenz wiederum "albern". Hanikas melancholische Überlegungen zum Alter lassen das Herz der Rezensentin jedoch nicht kalt.
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