Becky Chambers

Ein Gebet für die achtsam Schreitenden

Dex & Helmling 2
Cover: Ein Gebet für die achtsam Schreitenden
Memoranda Verlag, Berlin 2024
ISBN 9783910914124
Gebunden, 182 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Karin Will Carcosa. Nach einem aufreibenden Abstecher in die Berge kehren Geschwister Dex und der Roboter Helmling in die Zivilisation zurück. Dex ist ein Teemönch von einigem Ansehen; Helmling wiederum wurde von seinesgleichen ausgeschickt, um die Welt jenseits der Wildnis zu erkunden. Und die Neugier des Roboters kennt keine Grenzen: Er möchte unbedingt wissen, wie die Menschen leben und lieben, er möchte an ihrer Arbeit und an ihren Vergnügungen teilhaben. Dabei schließt er neue Freundschaften, lernt neue Denkweisen und erfährt am eigenen Leibe, wie vergänglich das Dasein sein kann. Der zweite Band eines Doppelromans, der uns mit der Frage konfrontiert: Wenn wir alles haben, hat es dann überhaupt noch eine Bedeutung, mehr zu wollen?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2024

Mit Vergnügen liest Rezensentin Maria Wiesner "Ein Psalm für die wilde Schweifenden" und die Fortsetzung "Ein Gebet für die achtsam Schreitenden" aus der "Dex & Helmling"-Romanserie von Becky Chambers und fragt sich, ob eine Welt ohne soziale Netzwerke eine hoffnungsvollere wäre. In Chambers' Büchern, die Wiesner dem "Hopepunk" (im Gegensatz zur Untergangsstimmung des Cyberpunkt) zuordnet, gibt es zwar Taschencomputer, die zahlreiche Funktionen erfüllen können, aber keine sozialen Netzwerke. Chambers erzählt in den beiden Bänden von der fiktiven Welt "Panga", in der Roboter mit eigenem Bewusstsein mit Menschen koexistieren, auch wenn sie nur wenig miteinander zu tun haben. Wiesner liest mit Interesse, wie Chambers das Verhalten der Maschinen darstellt, das selbst menschliche Züge annimmt. Die Hauptfigur Dex will die Stadt verlassen, auf der Suche nach dem authentischen Summen der Grillen. Doch das gelingt nicht und Dex wird Teemönch, erzählt die Rezensentin. Auf seiner Reise lernt er den Roboter Helmling kennen und die beiden ziehen zusammen durch die Lande. Liest sich wie Zen-Literatur, meint die tiefenentspannte Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 31.01.2024

Eine "Anti-Dystopie" liest Rezensent Hartmut Kasper mit den ersten beiden Science-Fiction Romanen aus der Dex&Helmling-Reihe von Becky Chambers, die auf dem Mond Panga, dem "sattgrünen Trabanten des Gasriesen Motan" spielt. Die Hauptfigur names "Geschwister Dex" ist "geschlechtlich nicht festgelegt" und wird im Original mit "they" bezeichnet, erklärt Kasper. Sehr lobt er hier die Übersetzung von Karin Will, die für das sich daraus ergebende Übersetzungsproblem kurzerhand ein neues Pronomen eingeführt hat: "er" oder "sie" wird zu "ser". Daraus ergeben sich lustige Ableitungen, die den Lesefluss aber nicht stören, wie der Kritiker findet. Geschwister Dex hat eine Vision: "Ser" möchte ein "Teemönch" werden, verrät Kasper, das heißt umherziehen, Tee ausschenken und Menschen zuhören. Als Dex sich zu der Reise aufmacht, begegnet "sihm" plötzlich ein Roboter - denn, erzählt Kasper, auf dem Mond Panga haben sich Menschen und Roboter schon vor langer Zeit einvernehmlich getrennt und erstere sich in die Natur zurückgezogen. Dieser Vertreter seiner Gattung ist aber sehr neugierig auf die Menschheit und so begleitet er Geschwister Dex und möchte die Welt der Menschen erklärt bekommen. Chambers erzählt hier eine "Glückfantasie" abseits aller Klischees über machthungrige Maschinen oder böse Aliens, nickt der Rezensent. Ab und an ist das ein bisschen nah am Kitsch, aber das stört ihn nicht sehr, ob der "Leichtherzigkeit" dieser Wohlfühlliteratur.

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