Aus dem Amerikanischen von Monika Niehaus. Wie werden wir leben in zwanzig, sechzig, hundert Jahren? Der Physiker Michio Kaku sagt der Menschheit eine rosige Zukunft voraus. Roboter werden uns die Alltagsarbeit abnehmen. Küchengeräte und andere Maschinen steuern wir mit der Kraft unserer Gedanken. Medizinische Nanobots werden aufmerksam durch unsere Blut- und Nervenbahnen eilen und sogar Krebs heilen. Zu lästigen Meetings schicken wir unser Hologramm an einen Konferenztisch mit virtuellen Menschen und solchen aus Fleisch und Blut. Informationen können direkt über die Retina ins Kleinhirn projiziert werden. Wir beherrschen auch das Wetter und Nationalstaaten spielen kaum noch eine Rolle. Trotzdem werden wir weiter reisen, uns treffen, Sport treiben und in die Kneipe gehen, weil Menschen nun mal so sind. Science-Fiction? Nein, seriöse Zukunftsforschung.
Reiner Metzger zeigt sich nur mäßig begeistert von diesem Buch des amerikanischen Star-Physikers Michio Kaku. An Kakus Geschick, komplexe Stoffe anschaulich darzustellen, lässt der Rezensent keinen Zweifel, den Stand von Gehirnforschung oder Krebstherapie erkläre Kaku ebenso leicht wie unser vom Höhlenleben geprägtes Sozialverhalten. Gegenwart und Vergangenheit lässt sich Metzger in dieser Form gern gefallen, aber wenn sich Kaku der Zukunft zuwendet, möchte der Rezensent ihm nicht mehr folgen. Dann werden die Prognosen des Physikers derart "spekulativ-beliebig", dass sie Metzger nicht einmal mehr amüsiert haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2012
Eine schön langweilige neue Welt wird das, meint Rezensent Oliver Müller, der im Buch des Zukunftsforschers Michio Kaku zwar jede Menge Zukunftsvisionen aus den Bereichen Nanotechnologie, Raumfahrt, Medizin, KI präsentiert bekommt, sich mit der Vorstellung vom Robo-Hündchen, von Cyber-Dating und der Notwendigkeit, die vielen neuen Gadgets und Robos auch zu benutzen beziehungsweise zu kontrollieren, nicht so recht anfreunden kann. Zukunftsfreude sieht anders aus. Dass wir den Krebs besiegen werden, wie eines der 300 Gespräche ergibt, die Kaku mit Koryphäen aus Wissenschaft und Technik geführt hat, findet Müller natürlich schön, das im Buch so entfaltete Panorama auch durchaus instruktiv. Die Metaphorik des Autors, der unsere technologische Zukunft einerseits zur göttlichen Bestimmung stilisiert, den Wissenschaftler andererseits zum Kreuzritter erklärt, der sein Schwert klug und mitfühlend (Ethik!) führen soll, scheint Müller allerdings eher schlecht gewählt.
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