Benedict Wells

Vom Ende der Einsamkeit

Roman
Cover: Vom Ende der Einsamkeit
Diogenes Verlag, Zürich 2016
ISBN 9783257069587
Gebunden, 368 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

'Eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind: Man weiß nie, wann er zuschlagen wird.' Jules und seine beiden Geschwister wachsen behütet auf, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Als Erwachsene glauben sie, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben. Doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein. Ein berührender Roman über das Überwinden von Verlust und Einsamkeit und über die Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Und vor allem: eine große Liebesgeschichte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.06.2016

Jan Wiele seufzt: Unter all der Traurigkeit und Schönheit in Benedict Wells' "Vom Ende der Einsamkeit" ächzt die Konstruktion des Romans doch gewaltig. Allein die Vielzahl von Songs­, etwa von Paolo Conte, Nick Drave, den Beatles und nicht zuletzt Audrey Hepburns "Moonriver", welche die drei früh verwaisten Geschwister auf ihren unterschiedlichen Wegen zum Glück begleiten, erscheinen dem Kritiker doch etwas zu bedeutungsschwer. Und auch sprachlich hat Wiele an diesem an Schicksalsschlägen nicht sparenden Roman einiges auszusetzen: Zu altbacken wirkt manche Formulierung, zu viele Sinnsprüche bringt Wells unter und bei all den vom Autor direkt mitgelieferten Erklärungen bleibt auch nicht mehr viel Deutungsspielraum, klagt der Rezensent, der auch mit der Psychologie der Figuren nicht sehr zufrieden ist.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.04.2016

Mit Benedict Wells' neuem Roman "Vom Ende der Einsamkeit" gesellt sich also noch ein Waisenkind in die Literaturgeschichte, konstatiert Christian Mayer, um aber zugleich zu betonen, dass dieses wunderbare Buch überraschend anders ist: Selbstfindung ganz ohne "Ego-Pomp", attestiert er dem Autor, der knapp und sorgfältig, geradezu klassisch von drei Geschwistern erzählt, die jeweils auf ganz eigene Art und Weise mit dem frühen Tod der Eltern umgehen. Insbesondere das Schicksal des Ich-Erzählers Jules, der im zweiten Teil des Romans mit der ebenfalls verwaisten Alva eine Familie gründet und versucht Einsamkeit und Verlust zu überwinden, hat den Kritiker tief berührt. Die vielleicht etwas zu gehäuften Anspielungen auf Fitzgerald, Kerouac, Hemingway oder Nabokov verzeiht der Rezensent mit Blick auf die außergewöhnlich liebevolle Zeichnung der Figuren gern.
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