Verbrecher Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783957326447 Gebunden, 80 Seiten, 20,00
EUR
Klappentext
Benjamin Steins "Tiferet" durchmisst in sieben Elegien verschiedene Schattierungen des Verlusts: den Tod der Mutter, das Fallen aus der Sprache, den Zusammenbruch alter Gewissheiten. Persönliche und kollektive Geschichte verweben sich zu einem eindringlichen Zyklus über Entwurzelung und die Suche nach neuer Orientierung. Ausgehend vom kabbalistischen Begriff Tiferet - der harmonisierenden Kraft zwischen gegensätzlichen Energien - konfrontiert Stein die Spannungen zwischen Heimat und Exil, Unschuld und Erfahrung, Trauma und Heilung. Engel und Djinn geleiten den Sprecher durch die Orte Berlin, Doha und die Wüsten der Erinnerung, wo die Grenzen zwischen Opfer und Täter, Selbst und Anderem im harten Licht der Geschichte verschwimmen.In freier Adaption des elegischen Distichons geschrieben und reich an alliterativer Musik, führen diese Gedichte mit einem Jahrhundert Abstand einen Dialog mit Rilke, während sie sich ihren eigenen Weg durch die zeitgenössische deutsch-jüdische Erfahrung bahnen.
Tiferet meint in der Tradition der Kabbala die harmonische Vereinigung gegensätzlicher Strömungen, erklärt Rezensentin Angela Gutzeit den Titel von Benjamin Steins Elegien, die sich auch mit Rainer Maria Rilke auseinandersetzen. Sie findet es bemerkenswert, wie er sich mit den Spannungen zwischen Heimat, Trauma, Heimatverlust, Gewalt und Trost beschäftigt und von Vergänglichkeit und Verlust spricht: So heißt es etwa, "Meteoriten sind auch nur Verirrte." Der Autor webt laut Gutzeit ein anspruchsvolles Netz aus Bezügen zu Rilke, zur jüdischen Mystik, zur Bibel. "Bemerkenswerte Verse", resümiert sie.
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