Vorgestellt werden in Einzelinterpretationen 17 russische Romane, die nicht nur Meisterwerke der erzählenden Literatur, sondern auch repräsentative Beispiele für die Entwicklung der Gattung in Russland darstellen. Die im 18. Jahrhundert unter dem Einfluss westeuropäischer Vorbilder entstandene russische Romankunst gewann im 19. Jahrhundert durch Puskin ihre nationale Eigenart und durch Turgenev, Tolstoj und Dostoevskij internationale Wirkung. Den Schwerpunkt des Bandes bildet der Realismus mit dem Typus des psychologischen Gesellschaftsromans. Das 20. Jahrhundert ist mit Beispielen vom Symbolismus bis zur Literatur der unmittelbaren Gegenwart vertreten. Die umfangreiche Einleitung des Herausgebers bietet einen Überblick über die Geschichte des russischen Romans.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2007
Reinhard Lauer begrüßt diesen Sammelband über den russischen Roman, den Bodo Zelinsky herausgegeben hat. Auch wenn er in der Auswahl Werke wie Lermontows "Held unserer Zeit" oder Turgenjews "Väter und Söhne" schmerzlich vermisst, vermittelt sie ihm doch ein "überzeugendes Bild". Instruktiv scheint ihm die Einleitung zur Geschichte des russischen Romans. Das demonstriert gleich die erste, Puschkins "Eugen Onegin" gewidmete Besprechung von Erika Greber. Die folgenden Interpretationen zielen in seinen Augen stark auf die geistesgeschichtlichen und ideologischen Implikationen der Romane ab. Sie vermitteln für ihn zudem einen guten Einblick in die Themen und Kompositionen der Werke. Die "narrative Meisterschaft" der großen russischen Romanciers bleibt zu seinem Bedauern allerdings etwas unterbelichtet. Gleichwohl unterstreicht er, dass die Interpretationen nicht über einen Kamm geschert sind und meistens "mit Gewinn" zu lesen sind. Lobend hebt er insbesondere Horst-Jürgen Gerigks Interpretation von Gogols "Toten Seelen" und Bodo Zelinskys Analysen von Tolstois Romanen "Krieg und Frieden" und "Anna Karenina" hervor.
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