Boris Johnson

Zweiundsiebzig Jungfrauen

Roman
Cover: Zweiundsiebzig Jungfrauen
Haffmans und Tolkemitt, Berlin 2012
ISBN 9783942989138
Gebunden, 412 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Juliane Zaubitzer. Zwischen Politik und Komödie müsse er sich entscheiden, warnte ihn einst sein Kollege Michael Portillo, doch Boris Johnson denkt nicht daran. Er bringt beides unter einen Hut - sowohl in persona als auch in seinem ersten Roman 72 Jungfrauen, einer packenden "Post-9/11- Farce", die unseren Umgang mit dem Terrorismus aufs Korn nimmt. Das Buch spielt in einem Zeitfenster von nur dreieinhalb Stunden: Ein Unterhausabgeordneter radelt, wie der Autor es selbst gerne tut, zur Arbeit, wo der amerikanische Präsident in Westminster Hall eine große Ansprache halten soll. Secret Service und Scotland Yard sorgen mit ihren besten Leuten für Sicherheit, Scharfschützen sind auf dem Dach des Parlamentsgebäudes stationiert. Zur gleichen Zeit gerät eine wilde Gruppe von Pakistanis in einem gestohlenen Krankenwagen in Konflikt mit einem Parkwächter.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.07.2012

Ein bisschen erlahmt geht Hannes Hintermeier aus dieser Lektüre, die ihm zunächst angesichts der derzeitigen Sicherheitslage in London heikel, zwischenzeitlich "wirklich komisch" (und bösartig) und letztlich doch ein bisschen verspätet und vor allem dem eigenen kurzatmigen Tempo nicht durchweg gewachsen erscheint. Johnsons Porträt der englischen Middleclass gelingt allerdings, ebenso das des scheiternden Multikulturalismus und das Ausstellen der blinden Blair-Folgsamkeit, findet der Rezensent. Und der Autor, Londons Bürgermeister Boris Johnson, fügt seinem öffentlichen Bild als scharfsinniger, politisch völlig unkorrekter Snob laut Hintermeier ein weiteres schillerndes Scherbchen hinzu - das des ganz genauso schreibenden Romanciers.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.07.2012

Ein bisschen überholt findet Johan Schloemann die Terror-Farce des Londoner Bürgermeisters und streibaren "Elite-Prolls" Boris Johnson schon. Nicht nur folgten dem Buch von 2004 die London-Bombings, ist das Post-9/11-Setting mit Bush Junior längst passe und stehen London mit den Olympischen Spielen ernsthafte Herausforderungen ins Haus. Das Buch ist Schloemann auch einfach zu lang. Als in die Länge gezogener Sketch jedoch hat es für den Rezensenten dennoch einige Vorzüge: Es führt ihn in die Absonderlichkeiten des britischen politischen Establishments ein und beteuert im besten Fall die Selbstironie der freien Welt, ihren Humor und ihre Gelassenheit.
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