Boris Pofalla

Low

Roman
Cover: Low
Metrolit Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783849303655
Gebunden, 240 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Den Sinn ihres Lebens begreifen Moritz und der junge Ich-Erzähler darin, sich der Welt zu entziehen: Der Gesellschaft, dem Alltag, jeder normativen Kraft. Denn erhaben ist nur, was man weder beherrschen noch benutzen kann. Ihr Tor zur Erhabenheit sind Drogen, Kreativität und der Mantel der Nacht. Doch eines Tages, mitten im Sommer, verschwindet Moritz spurlos und den Ich-Erzähler überfällt eine nie gekannte Verlorenheit. Er macht sich auf die Suche nach ihm, doch an den Schauplätzen, die bisher die Bühne für ihre Ekstase und ihren jugendlichen Hedonismus waren, fehlt jede Spur von ihm. Die Party ist vorerst vorbei. Erschöpfung, Ernüchterung, Angst, Trotz und schließlich die Erkenntnis, dass man sich allem entziehen kann. Nicht aber sich selbst.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.05.2015

Ein wenig gelangweilt bespricht Christoph Schröder Boris Pofallas Roman "Low", dessen Titel einen ernstzunehmenden Hinweis auf die "heruntergepegelte" Stimmung der Geschichte gibt. Im Zentrum steht ein Ich-Erzähler, Anfang zwanzig, der mit großen Erwartungen nach Berlin kommt, sich jedoch im Nebel der Partywelt verliert und den Leser auf der Suche nach seinem besten Freund auf eine Reise durch die Berliner Bars und Clubs mitnimmt. In Schröders Augen findet Pofalla jedoch selten einprägsame Beschreibungen für den zugedröhnten Protagonisten und dessen "Dauerzustand des Diffusen".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2015

Rezensent Kai Sina empfiehlt, den Roman von Boris Pofalla nicht so sehr auf seine zeitdiagnostische Berlin-Geschichte hin zu lesen. Hipster-Bashing, Lifestyle-Überdruss, mit Drogen kompensierte persönliche Sinnkrise des Helden, das kennt der Rezensent zur Genüge. Interessant wird der sprachlich nüchtern gehaltene Text laut Sina, wenn die Kunst als sinnstiftende Größe ins Spiel kommt und sich der Roman zu einer Philosophie urbaner Wirklichkeit steigert. Dann ist für Sina sogar der wehleidige, selbstquälerische Erzähler zu ertragen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.04.2015

Rezensent Rainer Moritz reibt sich vor allem am Stil, den der FAS-Journalist Boris Pofalla für seine Geschichte um einen dem Berliner Partyleben abhanden gekommenen Mann gewählt hat: Zur Beschreibung des "Gefühls des Vagen und Ziellosen" habe dieser einen arg schlichten Satzbau gewählt, der rasch in die Banalität abdrifte. Zwar stoßen Pofallas Beschreibungen der Recherchen, die ein Freund des Verschwundenen anstellt, durchaus auf das Interesse des Kritikers, sieht dieser doch in dem sich dadurch ergebenden, allerdings sehr brüchig bleibenden Bild des Verschwundenen eine konsequent subversive Verweigerungshaltung gegenüber den gängigen Amüsementangeboten aufschimmern. Doch sprachlich bleibt der Roman in seinem Bemühen, "Diffuses diffus darzustellen", sehr unbefriedigend, bedauert der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.04.2015

Ein junger Berliner Partygänger verliert seinen besten Freund und unternimmt auf der Suche nach ihm einen melancholischen Streifzug durchs Berliner Nachtleben. Ob ein Zusammenhang besteht zwischen der offenbar lakonisch-halbherzigen Suche der Hauptfigur und Anne Fromms ebenso lakonischer Besprechung? Der von FAS-Autor Boris Pofalla bearbeitete Stoff des "Verlorengehens in der großen Stadt" ist ein populäres Motiv in der Generation Y der heute 20- bis 35-jährigen, notiert sie. Auch kratze der Autor am Trend Berlins als internationale Partyhauptstadt. Auf das Buch selbst kommt sie allerdings kaum zu sprechen, auch wenn sie dem Autor bescheinigt, der Generation Y eine "starke Sprache" zu verleihen, und darauf hinweist, dass hier kein Kriminalroman, sondern eine Charakterstudie vorliege.
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