Christian Ansehl

Der Ofensetzer

Roman
Cover: Der Ofensetzer
Grünberg Verlag, Weimar 2020
ISBN 9783933713582
Gebunden, 288 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

1986, in einem Neubaugebiet im Norden der DDR: Toms Eltern streiten. Seine Lehrer lügen. Die Abende mit der Clique sind trist, und Steffi ist in den zukünftigen NVA-Berufsoffizier Mario Wendt verliebt. Eines Nachts schreibt Tom eine Protestlosung an die Wand seines Schulgebäudes. Er wird verhaftet und verhört, aber die Strafe bleibt aus. Stattdessen lernt er Hauptmann Lorenz von der Staatssicherheit kennen. Tom fühlt sich wie verwandelt: Ausgerechnet für ihn interessiert sich die allmächtige Stasi! Schon bald jedoch gerät der 15-Jährige in einen Strudel aus Angst, Misstrauen und Verrat. Denn seine Losung stammt von einer jener Postkarten, die seit einiger Zeit aus dem Stadtgebiet versendet werden, und Hauptmann Lorenz muss herausfinden, wer sich hinter dem Absender verbirgt: wirklich nur ein Ofensetzer namens Manfred Heiliger?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2020

Gelungen findet Frank Pergande Christian Ahnsehls Romandebüt. Wie der Musiker hier seine Geschichte als blutjunger IM der Stasi erzählt, seine Faszination und seine Abscheu, als Abrechnung und Befreiung, nicht als Rechtfertigung, scheint Pergande besonders. Vor allem Ahnsehls Fähigkeiten auf dem Gebiet der Spannung überraschen ihn. Die Geschichte, die laut Rezensent von Verfremdung und detailgenauer Erinnerung lebt, liest sich für Pergande stellenweise wie ein Thriller. Dialogreich, knapp, plastisch, wie der Text ist, fühlt sich der Rezensent zurückversetzt in die DDR-Platte, in konspirative Wohnungen und in den Staatsbürgerkundeunterricht.
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