Epikur (341-271 v.Chr.) gründete in Athen den "Garten", eine philosophische Schule und Lebensgemeinschaft. Er entwickelte ein individualistisches Moralkonzept, in dem es nicht um das Glück aller oder vieler Menschen geht, sondern um das des Einzelnen. Dabei ist Glück für ihn eng mit tugendhafter Lebensführung verbundenm, hedone hat mit den negativen Konnotationen des Begriffs "Hedonismus" wenig zu tun. Im Anschluss an seine Ausführungen zu Epikurs Herkunft und zur Überlieferungslage stellt Carl-Friedrich Geyer die Lehrbriefe und die "Kyriai doxai" (Hauptlehren) vor. Auch die Rezeptionsgeschichte wird eingehend abgehandelt; sie reicht von Cicero bis Nietzsche. Abschließend geht Geyer der Frage nach, inwiefern eine Orientierung an Epikur Perspektiven für eine Ethik der Postmoderne bieten kann.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel "upj." vermerkt in seiner knappen Besprechung des Buches zu Leben und Werk Epikurs positiv, dass mit einem verbreiteten Missverständnis aufgeräumt wird. Der Autor könne in seiner Untersuchung zeigen, dass der Philosoph nicht, wie häufig behauptet, den "wahl- und rücksichtslosen" Genuss propagiert hat, sondern die Lebensfreude des Menschen von einem Handeln abhängig macht, das Vernunft und Gerechtigkeit miteinschließt.
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