Bruno Rauch hat als Herausgeber und Mitautor eine Reihe von Fachleuten aus Musikwissenschaft, Literatur und Journalismus gewinnen können, die einen ungewohnten Fokus auf das Gesamtkunstwerk Oper zu lenken. Zur Sprache kommen opernspezifische Phänomene wie Hosenrolle, Kastratentum und tenorale Ekstase. Oder die fast unerlässlichen Opernzutaten wie Wein und Liebe, Hass und Mord. Ein zentrales Kapitel befasst sich mit den Prototypen der Opernbühne: Wahnsinnigen, Bösewichten, Wasserweibern, aufmüpfigen Domestiken, Femmes fatales, Verführern. Erläutert wird der Bereich des Backstage von der Beleuchtungstechnik über die Korrepetition bis hin zur Entstehung einer Produktion. In Pausengesprächen bekennen Prominente wie Moritz Leuenberger, Donna Leon, Thomas Hürlimann, Elke Heidenreich und andere, was sie von Tristan, Tosca und Tamerlano halten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.12.2001
Rezesent "rur" ist entzückt: "Die Schreibe ist locker, das Material vielfältig." Im Gedächtnis haften noch einzelne der "apart ausgesuchten Illustrationen". Fünf Jahrhunderte Oper "als Genuss" also (als wär's eine Ausnahme). Dass dabei "viel Bekanntes" auftaucht - was soll's. Kämen nur nicht diese "Amtsprominenten" und "auffällig genießenden Opernliebhaber" zu Wort. Entschädigt wird der Rezensent durch einen (bis auf ein Stichwortregister) vollständigen Anhang, "Hübsches" fürs Auge und eine "leichte" Lektüre. Fazit: Wird sich gut ausnehmen unterm Weihnachtsbaum.
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