Aus dem Russischen von Anastasia Risch und Christiane Stachau. Warum ist die Herrscherfigur in der russischen Oper so allmächtig?
Welche Psychologie und nationale Identitäten verbergen sich hinter diesen Charakteren?
Warum werden die singenden und tanzenden Gegenspieler immer so bezaubernd und gleichzeitig so furchterregend dargestellt?
Wer verbirgt sich wirklich hinter den Feindbildern der russischen Komponisten?
Wie schlagen sich die zwei großen Überlieferungen - das 'heilige Russland' und der Mythos Sankt Petersburg - und ihr Machtspiel in der Oper nieder?
Welche Mythen oder Symbole liegen Figuren wie Boris Godunow und Marfa, Kontschak und der Alten Gräfin, Tatjana und German, Polen und Kitesch zugrunde?
Wie sind die Geschlechterrollen in der russischen Oper definiert?
Der renommierte russische Opernkritiker Alexej Parin beantwortet diese und viele andere Fragen mit einer klaren, jedoch vielschichtigen Sprache und setzt die russische Oper in einen europäischen Kontext.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2016
Wer könnte besser in die "Paradigmen der russischen Oper" einführen als der Moskauer Dichter, Übersetzer und Musikschriftsteller Alexej Parin, schwärmt Kerstin Holm. Fasziniert liest die Kritikerin nach, wie sich die russische Oper von der westeuropäischen unterscheidet: An Michail Glinkas "Leben für den Zaren", Alexander Borodins "Fürst Igor" oder Rimski-Korskakows "Unsichtbare Stadt Kitesch" führe Parin vor, wie durch Tanz- und Klangeffekte Bewunderung und Warnung vor fremden Kulturen, auch der westeuropäischen, übermittelt werde. Großartig auch, wie der Autor Richard Wagners "Parsifal" dem "russischen Parsifal" von Rimski-Korsakow gegenüberstellt, lobt die Rezensentin, die hier die unterschiedlichen religiösen Weltmodelle kennenlernt. Neben den ausführlichen vergleichenden Analysen der Sängerdarsteller und Inszenierungen bewundert Holm vor allem Parins fundierte Kenntnisse in Philosophie und Psychoanalyse.
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