Wer kennt die Opern Alberic Magnards? Oder Cherubinis "Medea"? Dvoraks "Dimitrij"? Gemessen an der Zahl der Werke, deren Aufführung sich lohnen würde, ist das Repertoire der Opernhäuser schmal. Jens Malte Fischer, bekannt geworden als Biograf Gustav Mahlers, ist auch mit den Stiefkindern der Spielpläne vertraut. In seinen Essays stellt er einige von ihnen vor und findet gute Gründe, sich näher mit ihnen zu beschäftigen. Dieses Buch ist ein großes Plädoyer für die Kunst der Oper. Es führt die ungeheure Vielfalt ihrer Ausdrucksformen vor Augen und demonstriert ihre politische und gesellschaftliche Aktualität. Pflichtlektüre für alle, die die Musik - und speziell die Oper - lieben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2007
Gerade wird der 400. Geburtstag der Oper gefeiert. Zu Unrecht, meint die Rezensentin Eleonore Büning gleich zu Beginn dieser Rezension (nicht Monteverdis "Orfeo", sondern Jacopo Peris "La Dafne" von 1598 war die erste Oper), in deren Verlauf sie zusehends schlechter gelaunt wird. Dabei will sie Jens Malte Fischer seine Verdienste um die Musikwissenschaft gar nicht absprechen. Und auch dieses neue, im wesentlichen aus bereits Veröffentlichtem zusammengestellte Buch, sei voller "korrekter historischer Fakten" und mache die Leser mit allerlei "Raritäten" bekannt. Wenig Freude hatte Büning aber am "moralisch-politischen Furor" des Autors und seiner oft etwas belehrenden Art. Vollends ärgerlich findet sie das Vorwort mit seinen "Allerweltsnörgeleien" - und auch mit dem Verlag, der dem Buch einen derart "dreist irreführenden Titel" verpasst hat, kennt sie keine Gnade.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.02.2007
In den höchsten Tönen lobt Andreas Dorschel dieses Buch über das "Wunderwerk der Oper" von Jens Malte Fischer. Scheinen ihm die meisten Bücher über diese Kunstform eher unbefriedigend, betrachtet er Fischers Werk als rundum gelungen. So attestiert er dem Autor nicht nur das für ein derartiges Buch nötige umfassende literarische, dramaturgische, philosophische, ökonomische, politische, historische Wissen des Autors. Er hält ihm auch zu Gute, Wege jenseits der ausgetretenen Pfade zu gehen und so zahlreiche neue Einsichten zu fördern. Auch Fischers Ansatz, die Oper als Kunstform zu betrachten, die alle Künste integriert und sich am weitesten vom Vulgären entfernt, kann er nur unterschreiben. Besonders gefallen haben ihn der Aufsatz über Magnard sowie die von Fischer authentisch erfundene wahre Geschichte vom Rosenkavalier.
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