Camille Laurens

Was wir uns versprechen

Roman
Cover: Was wir uns versprechen
dtv, München 2026
ISBN 9783423285810
Gebunden, 368 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Lis Künzli. Von einer Freundin lässt sich Claire zu einer Silvesterparty überreden. Dort trifft sie ihn, und es trifft sie: Gilles, coup de foudre. Es folgt die Liebe, mit allem, was wir von ihr wissen: Glück, Sex, Zärtlichkeit, bald auch Eifersucht, Wahnsinn und Gefahr. Von außen werden Claire und Gilles beneidet - bis es zu einer folgenreichen Auseinandersetzung kommt. Nach und nach offenbart sich, wie monströs die Wahrheit ist, und Claire entdeckt: Der Mann an ihrer Seite ist ein Fremder. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 17.07.2026

Rezensent Cornelius Wüllenkemper liest mit Camille Laurens` neuem Roman einen anspruchsvollen und dennoch packenden autofiktionalen Liebesthriller mit einigen Schwächen in der Konzeption und Figurenzeichnung: Die Geschichte von Claire und Gille. Sie beginnt als perfektes Liebesglück, lesen wir - eine späte, aber intensive "Hals-über-Kopf"-Liebe zwischen der Erzählerin und einem Marionetten-Experten. Wie zu erwarten von einer "Pionierin der Autofiktion", hat Laurens' Erzählerin viel mit ihrer Schöpferin gemeinsam: Beide sind Autorinnen, beide haben ein Kind verloren, beide schreiben über ihre Beziehungen zu Männern. Indem Claire schließlich auch Gilles zum Gegenstand einer ihrer Romane macht, bricht sie ein Versprechen. Wie es dazu kommen konnte, wieso Claire nun vor Gericht steht, wie aus dem Liebesglück ein -thriller wurde und aus dem "Glückslehrmeister" Gilles ein pathologischer Lügner und Narzisst, der nun im Koma liegt, davon erzählt Laurens in ihrem komplex konstruierten Roman - und zwar ausschließlich aus Claires Perspektive. Diese Einseitigkeit der Erzählung, die ihren eigenen Anspruch auf Wahrheit immer wieder betont, hält Wüllenkemper für ein Manko des Romans. Auch scheinen ihm Laurens` Figuren teilweise und mitunter ein wenig "überzeichnet". Dennoch bietet "Was wir uns versprechen" eine fesselnde Lektüre mit einer desillusionierenden Erkenntnis am Ende, so der Rezensent: Liebe und Literatur setzen beide eines voraus - die Täuschung.

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