dtv, München 2026
ISBN
9783423285810 Gebunden, 368 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Aus dem Französischen von Lis Künzli. Von einer Freundin lässt sich Claire zu einer Silvesterparty überreden. Dort trifft sie ihn, und es trifft sie: Gilles, coup de foudre. Es folgt die Liebe, mit allem, was wir von ihr wissen: Glück, Sex, Zärtlichkeit, bald auch Eifersucht, Wahnsinn und Gefahr. Von außen werden Claire und Gilles beneidet - bis es zu einer folgenreichen Auseinandersetzung kommt. Nach und nach offenbart sich, wie monströs die Wahrheit ist, und Claire entdeckt: Der Mann an ihrer Seite ist ein Fremder.
Rezensent Cornelius Wüllenkemper liest mit Camille Laurens` neuem Roman einen anspruchsvollen und dennoch packenden autofiktionalen Liebesthriller mit einigen Schwächen in der Konzeption und Figurenzeichnung: Die Geschichte von Claire und Gille. Sie beginnt als perfektes Liebesglück, lesen wir - eine späte, aber intensive "Hals-über-Kopf"-Liebe zwischen der Erzählerin und einem Marionetten-Experten. Wie zu erwarten von einer "Pionierin der Autofiktion", hat Laurens' Erzählerin viel mit ihrer Schöpferin gemeinsam: Beide sind Autorinnen, beide haben ein Kind verloren, beide schreiben über ihre Beziehungen zu Männern. Indem Claire schließlich auch Gilles zum Gegenstand einer ihrer Romane macht, bricht sie ein Versprechen. Wie es dazu kommen konnte, wieso Claire nun vor Gericht steht, wie aus dem Liebesglück ein -thriller wurde und aus dem "Glückslehrmeister" Gilles ein pathologischer Lügner und Narzisst, der nun im Koma liegt, davon erzählt Laurens in ihrem komplex konstruierten Roman - und zwar ausschließlich aus Claires Perspektive. Diese Einseitigkeit der Erzählung, die ihren eigenen Anspruch auf Wahrheit immer wieder betont, hält Wüllenkemper für ein Manko des Romans. Auch scheinen ihm Laurens` Figuren teilweise und mitunter ein wenig "überzeichnet". Dennoch bietet "Was wir uns versprechen" eine fesselnde Lektüre mit einer desillusionierenden Erkenntnis am Ende, so der Rezensent: Liebe und Literatur setzen beide eines voraus - die Täuschung.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…