Graham Swift

Da sind wir

Roman
Cover: Da sind wir
dtv, München 2020
ISBN 9783423282208
Gebunden, 160 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Höbel. Ein Zauberer und ein Entertainer verlieben sich in dieselbe Frau. Jack Robbins und Ronnie Dean sind Freunde, beide träumen vom Ruhm - Jack als Entertainer, Ronnie als Zauberer. Nach ihrer Militärzeit lassen sie endlich das berüchtigte Londoner East End hinter sich: Im mondänen Seebad Brighton steigen sie Ende der Fünfzigerjahre ins flirrende Showgeschäft ein. Als die bezaubernde Evie White zu ihnen stößt, kommt der ganz große Erfolg, und aus den Freunden werden Rivalen. Denn Evie - erst Ronnies Assistentin, später seine Verlobte - beginnt eine Affäre mit Jack. Wenig später verschwindet Ronnie während eines Auftritts und bleibt unauffindbar. Als könnte er wirklich zaubern.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 05.05.2020

Eberhard Falcke findet Graham Swifts neuen Roman über das Ende der Epoche der Varietékünstler in Brighton anno 1959 durchaus geglückt. Riesig ist Falckes Begeisterung allerdings nicht, denn der Autor beherrscht zwar die Kunst der Perspektivwechsel und der stimmungsvollen Rückblenden, weiß Motive wie den Graben zwischen Arbeiter- und Bürgerklasse und das Thema Dreiecksbeziehung "anrührend" zu inszenieren, die Figuren geraten dem Autor aber eher holzschnittartig. Als Werk von "magischer Brillanz" möchte Falcke das Buch lieber nicht bezeichnen, auch wenn es um Zauberer geht.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 24.04.2020

Rezensentin Maike Albath lässt sich bezaubern von Graham Swifts Kurzroman. Er erzählt, angesiedelt in einem britischen Seebad im Jahre 1959, eine Dreiecksgeschichte zwischen drei dort auftretenden Varieté-Künstlern: dem Zauberer Pablo, seinem alten Freund vom Militär, Jack, und Pablos Assistentin und Verlobten Eve. Dabei gibt der Autor mit glamourösen Varieté-Auftritten dem Publikum nicht nur, was es sehen bzw. lesen will, sondern erzählt auch mehrdimensional vom "kleinbürgerlichen Varietémilieu", vom Zweiten Weltkrieg und von Verrat, meint Albath. Besonders die novellenartige, "perfekte" Komposition des Romans hebt die Rezensentin hervor, und bezeichnet den Autor als einen von Tschechow und Ted Hughes geprägten "Archivar des englischen Alltagslebens" großer Klasse. Ein Roman von "schwebender Eleganz", der weit über bloßes Entertainment hinausgeht, schließt Albath.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2020

Dieser Roman hat den Rezensenten Lothar Müller regelrecht verzaubert: Virtuos erzählt Graham Swift von der Dreiecksbeziehung zwischen einem Zauberer, seiner Assistentin und einem Schauspieler in der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, so Müller. Der Zauberer, der von der Trickkunst zu echter Magie gelangt, werde zur Figur der Selbstreflektion, die ihre Kriegskindheit und Beweggründe erforscht. Ebenso wie die Hauptfigur ist aber auch "der ingeniöse Erzähler ein Illusionist", lobt der Kritiker, denn er rechnet jeden Moment damit, dass der Zauberer, der nach dem Verlust seiner Partnerin an seinen Freund verschwindet, wieder auftaucht - ein Buch wie ein Spiegelkabinett, staunt der faszinierte Rezensent.
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