Eliette Abecassis

Bevor wir uns vergessen

Roman
Cover: Bevor wir uns vergessen
Arche Verlag, Zürich 2024
ISBN 9783716000137
Gebunden, 176 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Kirsten Gleinig. In "Bevor wir uns vergessen" erzählt Eliette Abécassis die Geschichte von Alice und Jules, ihrer  jahrzehntelangen Liebe voller gestillter und ungestillter Sehnsüchte. Eine mitreißende und berührende Erinnerung daran, dass es die dauerhafte Liebe - gegen alle Widerstände - doch geben kann.Alice und Jules sind fünfundachtzig Jahre alt. Sie treffen sich auf einer Bank im Jardin du Luxembourg, Kinder spielen vor dem Bassin, ein Sonnenstrahl bricht durch das Laub derBäume. Ist es ein Déjà-vu? Denn das, was sie jetzt zu vergessen drohen und was vor sechzig Jahren begann, nahm hier seinen Anfang: ihr gemeinsames Leben. In ihrem neuen Roman dreht Abécassis die Zeit zurück, Schritt für Schritt erzählt sie die Geschichte von Alice und Jules vom Ende bis zum Anfang. Alter, Routine, Affären, Eifersucht,Eltern werden, Heirat, Leidenschaft: All das haben die beiden vor der Kulisse von Paris und den großen historischen Umbrüchen der letzten Jahrzehnte miteinander erlebt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 01.02.2025

Ein paar schöne Paris-Beschreibungen gibt es in Eliette Abécassis' Roman, gesteht Rezensent Dirk Fuhrig ein, ansonsten lässt er an diesem Buch kein gutes Haar. Erzählt wird die Geschichte einer Beziehung über viele Jahrzehnte hinweg, erfahren wir, und zwar vom Ende her: Zwei Rentner, Alice und Jules, sitzen auf einer Bank am Jardin du Luxembourg. Rückwärts entfaltet sich ihr Leben, beschreibt Fuhrig, wir erfahren also zunächst einiges über ihr Alter, später geht es um ihre Kinder, dann um politisch bewegte Studentenzeiten und schließlich um das frühe Liebesglück. Der erzählerische Trick kommt Fuhrig bald allzu mechanisch vor, vor allem jedoch ärgert ihn, dass Abécassis wirklich gar kein Klischee auslässt, von den Affären des Mannes über langweiligen ehelichen Routinesex bis zu passenden großbürgerlichen Schauplätzen in Venedig und an der Atlantikküste ist alles da. Quasi die französische Version eines Rosamunde-Pilcher-Romans, fasst Fuhrig ob der Häufung an Plattitüden fast schon amüsierte Rezensent zusammen. Eine Leseempfehlung ist seine Besprechung eindeutig nicht.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 20.12.2024

Rezensent Dirk Fuhrig erinnert das Buch von Eliette Abecassis leider allzu sehr an Rosamunde Pilcher. In den wenigen guten Momenten gelingen der Autorin bei ihrem Rückblick auf eine lebenslange Beziehung atmosphärische Beschreibungen von Paris und zeitgeschichtliche Bezüge, räumt er ein. Die Stationen von Liebestaumel, Geburt der Kinder, Eifersucht und mechanischem Ehesex geraten laut Rezensent insgesamt zu klischeehaft und vorhersehbar. Genauso die Orte. Flitterwochen in Venedig? Wieso nicht mal Rimini? fragt sich der Rezensent.
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