Deutsch von Dorothee Engels und Erich Hackl. Nachwort von Joaquin Baquero.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.01.2003
Gerüchteweise soll die kubanische Dichterin Carilda Oliver Labra ein kurzes Verhältnis mit Hemingway gehabt haben. Gesichert ist jedenfalls, dass sie die erste war, die Castro ein Gedicht widmete - geholfen hat es wenig. Mit der katholischen Kirche hat sie es sich durch ihre "leidenschaftlichen Liebesfantasien" verdorben, mit der sozialistisch-realistischen Literaturauffassung, die sich in Kuba durchsetzte, durch ihre aus deren engen Grenzen stets ausbrechende Lyrik. Spät ist sie rehabilitiert worden, 1997 erhielt sie den Nationalen Literaturpreis Kubas, heute lebt sie in ihrer Geburtsstadt Matanzas. Über die Gedichte als solche erfährt man - von der Bemerkung abgesehen, dass sie mitunter "tropische Lebensfreude" verbreiten - in der Notiz (Autor "tbg.") leider wenig.
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