Aus dem Französischen von Stefan Linster und Christina Mansfeld. Eine alte Dame bittet Privatdektektiv Eugène Tarpon, ihre blinde Tochter zu finden, die seit einem Monat spurlos verschwunden ist. Da sein letzter Auftrag bereits Wochen zurückliegt, willigt er ein, die Suche zu übernehmen. Was anfangs wie ein Routinejob aussieht, erweist sich jedoch in kürzester Zeit als Stich ins Wespennest...
In einer Doppelrezension bespricht Robert Brack zwei Detektivromane von Jean-Patrick Manchette: "Volles Leichenhaus" und "Knochenjob" (beide Distel Literatur Verlag)
Brack erzählt zwar in kurzer Form die Handlung der beiden Romane, bewertet sie jedoch nicht einzeln, sondern erläutert dem Leser das Typische an den Detektivromanen Manchettes, in denen jeweils der "erfolgloseste Privatdetektiv aller Zeiten" Eugène Tarpon ermittelt. So erfährt der Leser, dass Manchette die französische Variante der "amerikanischen Hard-boiled-Schule" erfunden hat, die er im Frankreich der "Post-68-Ära" angesiedelt hat. Der Detektiv erscheint dabei, wie Brack erläutert, als Verlierer, der darüber hinaus nicht so ohne weiteres in eine Schublade zu stecken ist. Glaube an irgend etwas (auch an sich selbst) und Illusionen sind ihm abhanden gekommen. Auch um Aufklärung geht es in diesen Krimis nicht, stellt Brack fest. Es herrscht (so ist es nun mal auf der Welt) das "Chaosprinzip". Der Rezensent deutet an, dass er die anderen Thriller Manchettes für verwegener hält als diese Detektivromane, doch zum "Einstieg" für den Leser kann er sie durchaus empfehlen. Auch hier wird das seiner Ansicht nach für Manchette typische Nebeneinander von "politischer Paranoia und privater Verzweiflung" deutlich.
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